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St. Josef in Eberstadt Eberstädter Orgel wird saniert

Die Dotter-Stiftung erneuert für 450.000 Euro die Orgel der katholischen Kirche St. Josef im Darmstädter Stadtteil Eberstadt.

Orgel  Kirche St Josef Dotter Stiftung fördert Sanierung
Orgelbauer Martin Bosch (re.) zeigt Jürgen Frei von der Dotter-Stiftung eine neue Orgelpfeife. Foto: Monika Müller

Für Kai Hüsemann, den katholischen Pfarrer im Darmstädter Stadtteil Eberstadt, hat die Orgel in der Kirche St. Josef „einen pastoralen und einen kulturellen Nutzen“. Für Hüsemann eröffnen Orgeln „Erfahrungsräume“ und sie geben den Kirchenräumen eine Identität. Der Pfarrer und der Pfarrgemeinderat sind sich auch bewusst, dass die Gemeinde als „Kulturträger“ in dem südlichen Darmstädter Stadtteil wahrgenommen wird und dass mit Konzerten das Kulturleben dort bereichert wird.

Allerdings ist die Kirchenorgel von St. Josef inzwischen in die Jahre gekommen. Nach den Worten von Organist Christian Ehm handelt es sich bei dem Instrument eher um „ein stets gut gepflegtes Provisorium“. Mit Unterstützung der ausschließlich in Eberstadt tätigen Dotter-Stiftung soll die Orgel in St. Josef nun in den nächsten Monaten erneuert und modernisiert werden. Ehm und Michael Augenstein, der Vorsitzende des gemeinsamen Pfarrgemeinderats der beiden katholischen Gemeinden in Eberstadt, sprechen von einer bevorstehenden „Metamorphose“ der sanierungsbedürftigen Orgel, die eine bemerkenswerte Vergangenheit hat. Nach der Fertigstellung der Kirche im Jahr 1911 gab es jahrzehntelang keine Orgel in St. Josef.

Um das Jahr 1940 konnte die Gemeinde jedoch wegen des Abbruchs einer Kirche in Rosbach-Rodheim in der Wetterau die dort 1854 vom Mainzer Orgelbauer Bernhard Dreymann eingebaute Orgel erwerben. Aus den noch vorhandenen Restbeständen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg eine Not-Orgel gebaut, die 1948 zum ersten Mal erklang und die sechs Register aus den noch vorhandenen Teilen aufwies. Erst nach dem Bau der Empore entstand 1954 die heutige Orgel. Geld- und Materialmangel erlaubten nur eine vergleichsweise einfache Bauausführung. So wurden etwa statt Zinnpfeifen günstigere Zinkpfeifen verwendet.

Nach einem Konzert im Juni 2017 entstand dann die Idee, das Instrument musikalisch zu optimieren. Im Januar teilte die Dotter-Stiftung der Gemeinde mit, dass sie mit bis zu 450 000 Euro die Orgelrenovierung inklusive der damit verbundenen Nebengewerke finanzieren wird. Der Auftrag zum Aus- und Neuaufbau wurde nach einem Gutachterverfahren und einer Ausschreibung an die Orgelbaufirma Werner Bosch vergeben. Die Bauzeit wird voraussichtlich ein Jahr in Anspruch nehmen.

Ein Abschiedskonzert unter dem Titel „Ausklang & Vorfreude“ gestalten am Sonntag, 27. Mai, von 17 Uhr an die fünf Organisten in der Kirche St. Josef, Schwanenstraße 56.

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