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Schule Lehrerinnen und Lehrer fühlen sich überlastet

Pädagogen aus allen Darmstädter Gymnasien und zwei Gesamtschulen in Weiterstadt und Griesheim wenden sich mit Eingaben an Kultusminister Alexander Lorz.

Alle Darmstädter Gymnasien sowie zwei Gesamtschulen im Kreis Darmstadt-Dieburg – die Albrecht-Dürer-Schule in Weiterstadt und die Gerhard-Hauptmann-Schule in Griesheim – haben „Überlastungsanzeigen“ an Kultusminister Alexander Lorz (CDU) geschickt. Die Personalräte von elf Schulen beklagen, dass sie auch nach drei Monaten noch keine Antwort von Lorz erhalten haben. Ministeriumssprecher Philipp Bender bestätigte auf Anfrage der FR, dass inzwischen die jeweiligen Schulleiter dazu aufgefordert worden seien, Stellungnahmen abzugeben.

Bender verweist zudem darauf, dass es sich bei den eingegangenen kollektiven Eingaben überhaupt nicht um „Überlastungsanzeigen“ handele, weil die im Arbeitsschutzgesetz dafür definierten Kriterien nicht erfüllt seien. Die Eingaben der Lehrerkollegien würden gleichwohl „zum Anlass genommen, die konkrete schulische Situation zu analysieren, um Optimierungspotenzial zu identifizieren sowie festzustellen, welche Maßnahmen passgenau die jeweilige Schule unterstützen können“, heißt es in der Antwort von Minister Lorz auf eine Kleine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Christoph Degen.

In der Regel, erläuterte Ministeriumssprecher Bender, kümmere sich das zuständige Staatliche Schulamt und nicht das Ministerium darum, Lösungen für die Lehrkräfte zu finden. Im Schuljahr 2017/2018 gingen, wie am Donnerstag berichtet, landesweit 95 als „Überlastungs- oder Gefährdungsanzeige“ bezeichnete Schreiben beim Kultusministerium in Wiesbaden oder den Staatlichen Schulämtern ein. Die Darmstädter Gymnasiallehrer bemängeln in ihrer Eingabe, dass sich „die strukturellen Probleme häufen“. Inzwischen wechselten in Darmstadt fast 70 Prozent der Schüler eines Jahrgangs nach der vierten Klasse auf ein Gymnasium. Entsprechend „divergent“ setze sich die Schülerschaft zusammen. Es gebe auch immer mehr Kinder mit einem erhöhten Unterstützungsbedarf, weil diese etwa den Anforderungen des Lehrplans nicht gewachsen seien. Zudem seien auch Oberstufenkurse teilweise mit bis zu 30 Schülern besetzt.

Regelmäßig werde auch die gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeit von 41 Wochenstunden erheblich überschritten. Die Lehrerinnen und Lehrer fordern daher kleinere Klassen und Kurse sowie eine verringerte Stundenzahl bei der Unterrichtsverpflichtung, um mehr Ressourcen für die Konzeption, Organisation und Umsetzung der neuen Herausforderungen zu haben.

 

Eine Podiumsdiskussion zur Situation an den Darmstädter Schulen veranstalten die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und der Stadtelternbeirat am Donnerstag, 20. September, von 19.30 Uhr an in der Aula der Lichtenbergschule, Ludwigshöhstraße 105.

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