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Polizeieinsatz wegen Spielzeugdrohne Aufregung am Dagger-Komplex

Eine Spielzeugdrohne auf dem US-Gelände Dagger-Komplex löst einen Polizeieinsatz aus. Ein Gruppe junger Leute haben aus Spaß eine kleine Drohne fliegen lassen - die sorgte bei den Wachleuten für Panik.

18.08.2013 19:45
Kameratem der ARD filmt Aktion. Foto: Hans Dieter Erlenbach

Wie fast jeden Samstag spaziert Daniel Bangert aus Griesheim gegen 15 Uhr zum Marktplatz, um sich dort mit anderen zu treffen. Sogar ein Fernsehteam der ARD ist heute gekommen. Denn Bangert ist bundesweit bekannt, seit er über Facebook eine Demonstration vor dem US-Gelände Dagger-Komplex auf Darmstädter Gemarkung organisiert hatte. Da die Fernsehleute den Dagger-Komplex mal kennenlernen wollen, macht man sich auf zu einem kleinen Spaziergang.

Zur gleichen Zeit sitzen zwei Wachleute des Komplexes auf der Bank der Bushaltestelle vor ihrem Wachhäuschen. Das Gelände wirkt wie ausgestorben. Doch als die Überwachungskameras die wenigen Spaziergänger erfassen, bricht Hektik aus. Das Zufahrtstor wird verschlossen und mit einer dicken Kette gesichert. Ihr Einsatzfahrzeug fahren die Wachleute in das Innere des Areals, bevor sie sich in ihr mit verspiegelten Scheiben versehenes Wachhäuschen zurückziehen. Dann wird hektisch telefoniert.

Die jungen Leute spazieren derweil an dem Gelände vorbei. Aus Spaß lassen sie eine kleine Drohne fliegen, die surrend über der Straße steht. Sie fotografieren mit ihren Handys das Gelände, die Fernsehleute drehen ihre Bilder. Neben dem Haupteingang zum Dagger-Komplex breitet Daniel Bangert eine gelbe Decke aus. Andere packen Proviant und Getränke aus und lassen sich zu einer Pause auf dem Boden nieder.

Es dauert nicht lange, bis die erste Polizeistreife erscheint. Was das hier soll, wollen die beiden jungen Beamten wissen. „Nur ein Spaziergang und ein kleines Picknick“, versichern Bangert und seine Mitstreiter. Von den Amerikanern hat die Polizei auch Kenntnis von der kleinen Drohne. Ein Spielzeug für rund 300 Euro. Der Besitzer packt das Plastik-Fluggerät in seinen Rucksack und alles scheint gut.

Hubschrauber kreist

Inzwischen ist ein zweites Polizeifahrzeug aufgetaucht und steht mit einigem Abstand zu der kleinen Gruppe am Straßenrand. Und dann knattert es in der Luft: Ein Polizeihubschrauber der Egelsbacher Hubschrauberstaffel kreist plötzlich über der Wiese vor dem Dagger-Komplex. Die Fernsehleute sind glücklich. So tolle Bilder mit Polizei am Boden und in der Luft hätten sie gar nicht erwartet. Fast zehn Minuten lang steht der Hubschrauber über dem Areal. Die kleine Gruppe wird von oben fotografiert und gefilmt. Dann dreht der Hubschrauber wieder ab.

Plötzlich rasen kurz zwei Autos der Militärpolizei heran. Die Insassen nehmen Kontakt mit ihren etwas abseitsstehenden deutschen Kollegen auf. Ein drittes Polizeiauto kommt. Spätestens jetzt sind mehr Polizisten als Spaziergänger vor Ort. Es geht wohl immer noch um die Drohne. Die Amerikaner glauben, das kleine Ding habe den Dagger-Komplex überflogen und Aufnahmen gemacht. Schließlich kommen die beiden jungen Polizeibeamten zurück zu der Gruppe und beschlagnahmen die Drohne. Mit welchem Recht sie das tun, können sie nicht so genau erklären. Denn die kleinen Spielzeuge sind nicht verboten. Immerhin teilen die beiden Beamten jetzt mit, dass gegen den Spaziergang und das Picknick nichts einzuwenden sei.

Nun öffnet sich das schwere Tor zum Dagger-Komplex und die beiden Fahrzeuge der Militärpolizei werden eingelassen. Drinnen steigt einer der Militärpolizisten aus und fotografiert die Gruppe, die sich wieder auf dem Rückweg macht.

Dass ein paar junge Leute, die nicht einmal ein Protestplakat mit sich führen und nichts Verbotenes getan haben, die Staatsmacht derart in Bewegung bringen, amüsiert sie später noch, als sie in Griesheim wieder gemeinsam beieinander sitzen. hde

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