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Plagge-Ausstellung Retter in Uniform

Die Ausstellung über Karl Plagge - den "Retter in Uniform", geht auf Reisen. Von Astrid Ludwig

28.04.2009 00:04
Von ASTRID LUDWIG

Wir sind immer wieder erstaunt, woher uns Anfragen erreichen", erzählen Hannelore Skroblies und Christoph Jetter. Beide sind Mitglieder der Darmstädter Geschichtswerkstatt und Macher der Wanderausstellung über Karl Plagge - den "Retter in Uniform", der als Wehrmachts-Major im litauischen Vilnius 250 Juden vor dem Holocaust bewahrte. Recherchen des Archivs der Technischen Universität und des Amerikaners Michael Good, Sohn einer Überlebenden, brachten die Lebensgeschichte des "Darmstädter Oskar Schindler" an den Tag, der 2005 von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem auch als "Gerechter unter den Völkern" geehrt wurde.

Die Geschichtswerkstatt hat seine Vita und die Historie der "Plagge-Juden" 2007 in einer Ausstellung festgehalten, die seither im jüdischen Gemeindezentrum Darmstadt und in vielen Schulen zu sehen war. Die Ausleihe verwaltet das Ludwig-Georg-Gymnasium - die Schule, wo Plagge einst unterrichtet wurde. Anfragen kommen auch aus den USA, den Niederlanden oder England.

Bis Mai nun ist die Schau dort zu sehen, wo alles seinen Anfang nahm: in der litauischen Hauptstadt Vilnius, wo Plagge den Heeres-Kraftfahr-Park leitete. Das dortigen jüdische Museum zeigt die Wanderausstellung über den Deutschen, der litauischen Juden das Leben rettete, indem er sie und ihre Familien als kriegswichtige Arbeitskräfte einstufte und 1944 beim Vorrücken der Roten Armee vor der SS warnte.

Auf Tour durch Litauen

Mit finanzieller Unterstützung der Bundes-Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" konnte die Geschichtswerkstatt Texte und Bilder auf leicht zu transportierende Leinwände aufziehen. Auf Einladung des jüdischen Museums und des litauischen Kulturministeriums sind sie einen Monat lang im Museum zu sehen und touren danach bis Sommer durch örtliche Schulen. Der Maler Samuel Baak, auch er ein Überlebender dank Plagge, hatte schon vor längerer Zeit Geld gespendet, damit die Ausstellung ins Englische übersetzt werden konnte.

Plagges Biografie ist in Vilnius bekannt. Das jüdische Museum hatte bereits Anfang der 90er Jahre recherchiert und eine Broschüre veröffentlicht. Skoblies und Jetter stehen seit Jahren in Kontakt mit den Museumsmitarbeitern. In Vilnius über Plagge zu berichten, halten sie für wichtig. "Die Stimmung dort ist sehr nationalistisch und antisemitisch derzeit."

Informationen über Ausstellung

und Aktivitäten im Internet unter www.darmstaedter-geschichtswerkstatt.de

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