Lade Inhalte...

Pfungstadt Widerstand gegen „Shark City“ verebbt

Die Initiative gegen das geplante Hai-Aquarium „Shark City“ verzichtet auf eine Beschwerde in Kassel und kritisiert die hohen Hürden für ein Bürgerbegehren.

Grosser Weisser Hai
Im geplanten Ozeanium „Shark City“ in Pfungstadt sollen Haie zu sehen sein. Foto: imago

Die Gegner des in Pfungstadt im Kreis Darmstadt-Dieburg geplanten Ozeaniums „Shark City“ geben fürs Erste klein bei. „Nach eingehender Beratung habe man beschlossen, keine Beschwerde“ beim hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Darmstadt zu erheben, teilte die Initiative „Kein Indoor-Hai-Aquarium in Pfungstadt“ jetzt mit.

Die Stadt könne aufgrund der Entscheidung des Verwaltungsgerichts nun ungehindert den Verkauf des Grundstücks betreiben. Widerspruch und Klage machten ohne ein vorläufiges Verbot keinen Sinn, so die Sprecherin der Initiative, Anita Oerterer. Das Darmstädter Gericht hatte vergangene Woche den Antrag einer Mitunterzeichnerin des Bürgerbegehrens abgelehnt, das sich gegen den Verkauf von Gewerbegrundstücken zur Errichtung von „Shark City“ richtet. Da das Gericht der Stadt in allen Argumenten gefolgt sei, werde sie ihren Widerspruch zurücknehmen, schreibt Oerterer.

Die Initiative hatte sich vor allem aus Tierschützgründen gegen die für 2019 geplante Einrichtung von Europas größtem Indoor-Haifischbecken gewendet. Die Mitglieder der Initiative seien über die Entscheidung des Gerichts „sehr enttäuscht, zeigt sie doch erneut, dass durch gesetzliche Regelungen die Hürden für ein Bürgerbegehren entschieden zu hoch sind“, so Oerterer. Wer ein Bürgerbegehren anstrengen wolle, solle innerhalb von sechs Wochen nach einer kritisierten Entscheidung der Gemeinde die Unterschriften von zehn Prozent der Wahlberechtigten einholen, aber zuvor noch alle Rechtsfragen mit der Gemeinde, Rechtsanwälten und Wirtschaftsprüfern klären. „Das ist unmöglich“, so Oerterer.

Die Initiative will aber die weiteren Anstrengungen von Stadt und Investoren für einen Bebauungsplan und eine Baugenehmigung verfolgen und für die Interessen der Bürger eintreten: „Denn auch in diesen Verfahren ist nicht alles gegen den Bürgerwillen durchsetzbar.“

Das Bürgerbegehren war an formellen Fehlern gescheitert. Laut Gericht war bereits die Überschrift unzutreffend, in der für eine „Rückgängigmachung des Verkaufs des Gewerbegrundstücks zum Betrieb eines Indoor-Hai-Aquariums“ die Rede sei, obwohl ein Verkauf noch nicht stattgefunden habe.

Die Betreiber des Projekts, The Seven Seas Aquarium GmbH, wollen mit ihrem Ozeanium jährlich über eine halbe Million Besucher nach Pfungstadt locken. Mit dem über 20 Millionen teuren Bau seien große Vorteile für die Kommune, die Bürger und die Region verbunden. Gleichzeitig soll die Aufklärung über Haie ihrem Schutz in den Weltmeeren dienen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen