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Otzberg Windräder sorgen für Konflikte

Das Thema Windräder in Otzberg ist wieder aktuell. Dabei schien es schon passé. Die gemeindeeigene Fläche im Märkerwald bei Ober-Klingen, die zunächst als möglicher Standort für Windkraftanlagen geprüft worden war, wurde wegen eines hohen Konfliktpotenzials mit Vogelarten wie dem Rotmilan wieder gestrichen.

04.03.2015 19:58

Die Initiative eines privaten Grundstückseigners macht den Bau von Windrädern in Otzberg erneut zum Thema. Zwei Investoren stellten nun bei einer gemeinsamen Sitzung von Umwelt-, Haupt- und Finanzausschuss eine Alternative auf Gemeindegrund vor.

Ein privater Eigentümer habe bereits einen Pachtvertrag mit „Notus Energy“ als Investor abgeschlossen, sagte Projektentwickler Axel Schadewald. Notus habe Ende 2014 mit der Verwaltung Kontakt aufgenommen, um die Pläne für den Bau auf Privatgrund vorzustellen und Otzberg eine Option für den Bau von Anlagen auf Gemeindefläche zu präsentieren, so Bürgermeister Matthias Weber (parteilos). Da die Verhandlungen mit dem Privateigentümer – Namen wurden bei der Sitzung nicht genannt – bereits fortgeschritten seien, habe der Gemeindevorstand zudem die HSE um die Ausarbeitung eines Konzepts für Windkraftanlagen auf Gemeindefläche gebeten.

Die Gemeinde ist nun in Zugzwang. Spricht sie sich für die Errichtung von Windrädern auf eigenen Flächen im Märkerwald aus, oder schaut sie zu, ob das private Vorhaben an anderer Stelle zum Zug kommt? Die Wahrscheinlichkeit, dass auf beiden Flächen Windräder gebaut werden, gilt als gering; die Entscheidung trifft aber das Regierungspräsidium (RP) in Darmstadt. Dass der Märkerwald nun wieder im Gespräch ist, erstaunte die Ausschussmitglieder und erzürnte die gut 100 Gäste, die zur Sitzung gekommen waren.

Thema schien passé

Denn eigentlich schien das Thema Windkraft in Otzberg passé. Die gemeindeeigene Fläche im Märkerwald bei Ober-Klingen, die zunächst als möglicher Standort für Windkraftanlagen geprüft worden war, wurde wegen eines hohen Konfliktpotenzials mit Vogelarten wie dem Rotmilan wieder gestrichen. Stattdessen weist der Regionalplan 2013 nun eine Fläche zwischen Nieder-Klingen und Ueberau als Vorrangfläche für Windkraftanlagen (WKA) aus.

Der Regionalplan ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Stellungnahmen dazu werden derzeit beim RP geprüft. Die Gemeinde lehnt die Ausweisung der Flächen bei Nieder-Klingen als Vorranggebiet mit Verweis auf die Zerstörung des Landschaftbilds und eine Gefährdung seltener Vogelarten ab. Das Gebiet wurde sowohl von Notus als auch von der HSE erneut geprüft.

Zwei bis drei Jahre würde es dauern, bevor bis zu drei Windkraftanlagen im Märkerwald in Betrieb gehen könnten. Mit manchen Bürgern dürfte es bis dahin erhebliche Konflikte geben – das zeigte sich bei den Präsentationen, die von Zwischenrufen begleitet waren. (eda)

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