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Mörfelden-Walldorf Der alte Wasserturm hat Freunde

Verein will Bauwerk erhalten und dort Ausstellungen organisieren.

11.04.2016 18:26
Andrea Vinson (links) und Ina Martella wollen dem Wasserturm Leben einhauchen. Foto: seb

Rund 35 Meter ist der Wasserturm hoch. Ab 1929 sorgte er für fließend Wasser in Mörfelden, heute steht das denkmalgeschützte Gebäude leer. Der Turm wird einzig noch als Standort für eine Sirenenanlage und Telekommunikationstechnik genutzt. Das soll sich ändern. Ein Verein steht in den Startlöchern und möchte im Herbst eine erste Veranstaltung organisieren.

Sieben engagierte Menschen haben sich bisher zusammengefunden, um in den untersten beiden Etagen des Kunst- und Kulturveranstaltungen zu organisieren. Der Weg zur Gemeinnützigkeit ist nicht ganz einfach, nach einigem Hin und Her soll nun aber in den nächsten Wochen eine entsprechende Vereinssatzung verabschiedet werden, berichteten Ina Martella und Andrea Vinson.

Eigentlich wollten die beiden Freundinnen nur eine Gemeinschaftsausstellung mit Fotografien im Wasserturm zeigen. Der Aufwand für eine Genehmigung durch die Behörden ist aber so groß, dass sie lieber gleich an die Gründung eines Vereins gingen. „Wir wollten es dann lieber richtig machen“, erklärt Ina Martella. „Wenn der Verein steht, legen wir los.“

Stadt stellt 5000 Euro bereit

Loslegen bedeutet in diesem Fall, erst einmal Spenden für die Renovierung sammeln. Im städtischen Haushalt stehen zwar 5000 Euro bereit, das Geld dürfte aber nicht ausreichen. Der Verein soll sich daher in erster Linie darauf konzentrieren, Sponsoren zu gewinnen und die nötigen finanziellen Mittel zu beschaffen. Größere Bauarbeiten sind nicht geplant. „Der raue Charme soll erhalten bleiben“, sagt Andrea Vinson während eines Rundgangs durch die ersten beiden Etagen. Genutzt werden können nur diese Stockwerke.

Bei den höher gelegenen Räumen macht der Brandschutz nicht mit. Weil es nur eine schmale Treppe gibt, fehlt ein zweiter Fluchtweg. Im ersten Stock ist daher geplant, ein Fenster so zu vergrößern, sodass die Feuerwehr mit einer Leiter Menschen problemlos retten kann. Für die oberen Etagen müsste aber eine zweite Treppe an der Außenfassade montiert werden. Das käme wohl deutlich zu teuer, meinen die beiden Vereinsgründerinnen.

Neuer Anstrich geplant

Ein weiterer großer finanzieller Posten ist die Verstärkung der Decke, die nötig wäre, um den ersten Stock für eine Vielzahl von Veranstaltungsbesuchern zu öffnen. „Die Decke ist dafür einfach zu dünn“, erklärt Andrea Vinson. Aktuell dürfen maximal 20 Personen gleichzeitig in den Raum. Mit dieser Einschränkung kann sich der Verein vorerst arrangieren. Bei Ausstellungen könnten die Besucher nur gruppenweise in die erste Etage gelassen werden. Andere Veranstaltungen sind nur im kleinen Rahmen möglich.

Auch wenn der Charme des Wasserturms erhalten bleiben soll, sind weitere Arbeiten vorgesehen. Ein neuer Anstrich, Strom- und Lichtinstallationen sowie ein Umbau der Toiletten sind geplant. Damit soll der Grundstein für einen Veranstaltungsort gelegt werden. Ausstellungen, kleine Konzerte und Lesungen sind angedacht. „Wir wollen uns breit aufstellen. Es kann auch Yogakurse geben“, sagt Andrea Vinson. Eine erste Ausstellung möchte der Verein im Herbst eröffnen, wenn der Wasserturm wieder beim Tag der offenen Tür besichtigt werden kann. (eda)

Wer Interesses hat, sich ebenfalls für den Wasserturm zu engagieren, erreicht Andrea Vinson unter 06105/33955 und Ina Martella unter 06105/76400.

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