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Mörfelden-Walldorf Außergewöhnliches Engagement

Im Arbeitskreis Asyl sind 80 Bürger aktiv

11.03.2015 19:19

Das ehrenamtliche Engagement beeindruckt. Im Rathaus Walldorf stellte das im Dezember gegründete Netzwerk Asyl seine Arbeit vor. Dabei wurde deutlich, dass das Netzwerk Vorbild für andere Kommunen sein kann.

In fünf Arbeitsgruppen sind dort rund 80 Bürger aktiv und helfen Flüchtlingen, im deutschen Alltag anzukommen. Viele der Ehrenamtlichen sind täglich im Einsatz, berichtet der Leiter des Sozial- und Wohnungsamts, Heimo Boschert. Dabei habe das Netzwerk nicht nur das ehemalige Hotel Albatros mit seinen 100 Bewohnern im Blick, sondern auch zwei Unterkünfte in Mörfelden. Insgesamt sind in der Stadt aktuell 159 Flüchtlinge untergebracht.

Unterstützung erhalten sie in Sprachkursen. Eine weitere Arbeitsgruppe bemüht sich um die Integration in Sportvereine, es gibt eine Fahrradwerkstatt, und man kümmert sich um die Ausstattung mit Kleidung und Dingen des täglichen Bedarfs. Eine andere Gruppe betreibt ein Begegnungscafé und hilft bei Behördengängen und Arztbesuchen.

Herzliche Kontakte

„Was hier geleistet wird, ist an vielen Stellen absolut vorbildlich“, zeigt sich Sabine Roscher beeindruckt. Die Fachdienstleiterin Soziales des Kreises Groß-Gerau erklärt, dass es leider keinen langen Vorlauf bei der Unterbringung der Flüchtlinge gebe. Der Kreis arbeite mitunter an den Grenzen seiner Möglichkeiten, das Netzwerk springe mit außergewöhnlichem Engagement ein.

Wie dieser Einsatz im Einzelnen aussieht, berichteten die Koordinatoren der Arbeitsgruppen. „Es sind sehr herzliche Kontakte und Freundschaften entstanden“, erzählt Martina Klant von der Arbeitsgruppe Alltagsbegleitung. Durch das Begegnungscafé habe man einen Weg gefunden, die Flüchtlinge persönlich kennenzulernen. Jeden Mittwoch organisiert ein kleiner Kreis den Cafébetrieb, weitere Unterstützer bringen Kuchen, Kaffee und Obst vorbei. Dabei besuchen auch Menschen das ehemalige Hotel, die nicht im Netzwerk mitarbeiten, aber neugierig und hilfsbereit gegenüber den Flüchtlingen eingestellt sind. So seien auch schon Dolmetscher gefunden worden, führte Klant aus.

„Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration“, betonte Margrit Reimann, die 13 Deutschkurse koordiniert. Mitunter müsse man sich mit Händen, Füßen und gewissem schauspielerischen Talent verständigen, was immer wieder für Gelächter sorge. „Wenn gelacht wird, lernt man aber besser“, erzählte sie. Ein Höhepunkt sei die Ausgabe der Arbeitsbücher gewesen. (eda)

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