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Kultur in Darmstadt Meisterwerk erhält neuen Rahmen

Auf Initiative des Ehepaars Ströher ist das symbolhafte Gemälde „Frühlingssturm“ in Darmstadt neu eingefasst worden. Das Werk des Künstlers Ludwig von Hofmann ist im Museum Künstlerkolonie zu sehen.

Museum Künstlerkolonie in Darmstadt
Neu gerahmt: das Gemälde „Frühlingssturm“ von Ludwig von Hofmann. Foto: Institut Mathildenhöhe Darmstadt/Gregor Schuster

Das Gemälde „Frühlingssturm“, das einst im Besitz des jüdischen Zeitungsverlegers und Unternehmers Rudolf Mosse war und seit zwei Jahren wieder im Museum Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe Darmstadt zu sehen ist, hat einen neuen Holzrahmen erhalten. Auf Initiative des Ehepaars Sylvia und Ulrich Ströher, die das im Jahr 2015 restituierte Werk Ludwig von Hofmanns vor einer geplanten Auktion für 375 000 Euro von den Erben Mosses erwerben konnten und der Städtischen Kunstsammlung als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt haben, hat die Firma Deutsche Werkstätten Hellerau den neuen Bilderrahmen angefertigt. 

Im Museum nimmt laut Philipp Gutbrod, dem Direktor des Instituts Mathildenhöhe,  der „Frühlingssturm“ eine herausragende Stellung als Symbolbild der besonderen Aufbruchstimmung ein, die um 1900 auf der Mathildenhöhe im Kreise der Künstlerkolonie herrschte. Besonders passend sei, dass der neue Rahmen in Hellerau angefertigt worden sei, einer Stätte der Reformbewegung, die ähnlich wie die Mathildenhöhe den Gedanken verfolgte, eine ganze Stadt zu errichten. 

Fritz Straub und Jan Jacobsen, die Geschäftsführer des Traditionsunternehmens Deutsche Werkstätten Hellerau, werteten zusammen mit Designer Gabriel Bensch und in enger Abstimmung mit den Eigentümern und dem Institut Mathildenhöhe die vorhandenen Schwarz-Weiß-Aufnahmen des originalen Rahmens aus, der verschollen ist. In den vergangenen Jahrzehnten war das Bild in einem goldenen Zierrahmen präsentiert worden, der allerdings nach Auffassung des Ehepaars Ströher – und auch nach Ansicht Gutbrods – „die bemalte Leinwandfläche des Gemäldes nicht adäquat umschloss“. 

Wie Designer Bensch am Donnerstag bei der Präsentation des neuen Rahmens sagte, sei schnell die Idee verworfen worden, eine Replik des originalen Rahmens anzufertigen. Stattdessen sei entschieden worden, sich an den geschwungenen Formen aus der Zeit des Jugendstils zu orientieren, wie sie etwa von Silberschmiedearbeiten bekannt sind. Die Rundungen in den oberen Ecken beim ursprünglichen Rahmen habe er als Ausgangspunkt genommen, um „einen Rahmen mit einer modernen Interpretation des Jugendstils“ anzufertigen. Der Rahmen, der etwa 40 Kilogramm wiegt, sei dann aus amerikanischem Nussbaumholz mit modernen Schneide- und Fräsgeräten gefertigt worden. 

Das Ehepaar Ströher äußerte in einer Mitteilung, der neue Rahmen habe ihre Erwartungen übertroffen. Er sei „von einer Modernität und Frische geprägt, die wiederum perfekt im Einklang mit dem Motiv des Gemäldes steht: dem Aufbruch der Jugend in das 20. Jahrhundert“. 

Das 1894/95 geschaffene Werk von Hofmanns wurde in Darmstadt erstmals 1899 ausgestellt und war dann im Laufe der Jahrzehnte mehrfach und seit den 1990er Jahren dauerhaft auf der Mathildenhöhe zu sehen. Während der Nazidiktatur war das Gemälde aus der Kunstsammlung Mosses 1934 zwangsversteigert worden und gelangte 1941 in die Städtische Kunstsammlung Darmstadt. 

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