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Kreis Gross-Gerau Thomas Will will’s wissen

Die SPD nominiert auf ihrem Parteitag Amtsinhaber Thomas Will für die Landratswahl im Dezember.

11.05.2015 19:45
Thomas Will freut sich im Kreis von Parteitagsdelegierten über das Abstimmungsergebnis. Foto: Heinrich Schreiber

Der Landratskandidat der SPD für die Wahl am 6. Dezember heißt Thomas Will. Der Amtsinhaber wurde auf einem Unterbezirksparteitag am Samstag im Hof der Rüsselsheimer Festung von 79 der 89 stimmberechtigten Delegierten (88,8 Prozent) gewählt; sieben stimmten mit Nein, drei enthielten sich.

Die Nominierung war der wesentliche Tagesordnungspunkt eines mit Symbolen befrachteten Parteitags, der unter grauen Wolken begann und mit Sonnenschein ausklang. Die Zusammenkunft im Freien, im Hof der Rüsselsheimer Festung nannte der Versammlungsleiter und stellvertretende Kreisvorsitzende Thomas Schell (Biebesheim) eine Anspielung darauf, was für die Genossen in den nächsten Monaten Pflicht ist: nach draußen gehen und für den Kandidaten werben. Will selbst erinnerte an seine erste Nominierung als Nachfolger Enno Siehrs – auf den Tag genau vor sechs Jahren.

In seiner Bewerbungsrede, die immer wieder von Beifall unterbrochen wurde, machte der konkurrenzlos angetretene, 55 Jahre alte Thomas Will deutlich, dass es ihm auch in seiner zweiten Amtsperiode als Landrat ein besonderes Anliegen sein wird, sich um die Probleme der Menschen zu kümmern. Er versprach: „Jeder Bürger, der mit dem Landrat einen Termin haben möchte, kriegt auch einen Termin.“

Im Dreiklang von sozialer Sicherung, guten Bildungschancen sowie Umwelt- und Klimaschutz sieht er die wichtigsten Aufgaben seiner zweiten Amtsperiode. Hinzu komme das Flüchtlingsproblem, dessen Dimension Will aber herunterrechnete. Denn im Vergleich mit den Flüchtlingsströmen, die das Land nach dem Zweiten Weltkrieg zu verkraften hatte, sei die Aufnahme von kreisweit durchschnittlich sechs Familien pro Woche heute kaum erwähnenswert.

Elternwille hat Priorität

„Und niemand muss wie damals seine Wohnung räumen oder zusammenrücken.“ Aber Will weiß auch, dass Flüchtlinge ein Thema bleiben werden, das die Kommunalpolitik beherrscht. Deshalb sein Appell: „Wenn wir das nicht schaffen, haben wir als Gesellschaft kläglich versagt.“

Nachdrücklich bekannte sich Thomas Will zu einer Bildungspolitik, in der der Elternwille, wie ein Kind beschult werden solle, Priorität habe. Sein Bekenntnis zur Inklusion ordnete er ein in die Notwendigkeit, in den Köpfen der Menschen etwas ändern zu müssen. Ähnliches gilt für ihn bei der Betreuung alter Menschen in einer immer älter werdenden Gesellschaft, bei der „ambulant vor stationär“ zu gelten habe. Umwelt und Klimaschutz sind für den Kandidaten eine zentrale lokale Aufgabe. Neben energiesparender Bauweise auf dem Schulsektor sei die Geothermie für den Kreis ein richtiger Ansatz.

Stichwort Umwelt: Mit scharfen Worten kritisierte Will den zynischen Umgang der Fraport mit „frei gewählten Politikern“ im Zusammenhang mit dem „unsinnigen neuen Terminal“, das gegen die Zustimmung des verantwortlichen Ministers durchgesetzt werde. Er dankte den Demonstranten, die jeden Montag gegen Fluglärm demonstrieren.

Mit einem dicken Lob unterstrich er die prima Zusammenarbeit mit den Grünen, die auf dem Parteitag auch durch die Teilnahme des Ersten Kreisbeigeordneten Walter Astheimer und des Fraktionsvorsitzenden Thomas Krambeer betont wurde. (eda)

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