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Interview mit Messels Bürgermeister Larem „Auf Polemik verzichten“

Der SPD-Rathauschef will sich um Schulbus, Kinderbetreuung und Supermärkte kümmern - und hofft, dass sich die Mehrheiten im März ändern.

14.12.2010 12:36
Andreas Larem wünscht sich eine starke SPD. Foto: günther jockel

Herr Larem, Ihr Wunsch ist in Erfüllung gegangen, Sie sind als Bürgermeister vereidigt. Sind Sie aufgeregt in diesen ersten Tagen?

Nein, im Gegenteil. Ich bin voller Erwartung.

Die Umzugskisten sind schon gepackt?

Das hat noch etwas Zeit.

Wie sieht es mit Ihrer Firma aus?

Die ist zu 90 Prozent abgewickelt, und es ist alles soweit arrangiert. Bis Ende des Jahres wird das zu 100 Prozent erledigt sein.

Die Eppertshäuser sehen Ihre Wahl mit lachendem und weinendem Auge. Fällt Ihnen der Abschied schwer?

Durch den langen Wahlkampf konnte ich mich ja mit diesem Thema generell beschäftigen. Mit dem Wahlsieg war die Umstellung im Kopf sofort da.

Sie haben im Wahlkampf viele Klinken geputzt. Was unterscheidet die Messeler von den Eppertshäusern?

Nicht viel, fast gar nichts. Die Befindlichkeiten, so habe ich es auch im Wahlkampf gesagt, sind bei den Eppertshäusern und Messelern gleich.

Welchen Eindruck hatten Sie vom Parlament in Messel?

Die politische Diskussionskultur unterscheidet sich stark von dem, was ich aus Eppertshausen oder auch aus anderen Gremien kenne. Aber ich glaube, dass sich das verändert, indem man diese Kultur ganz einfach vorlebt oder mit den Fraktionen darüber spricht und sie überzeugt, auf Polemik zu verzichten, sachlich zu argumentieren. Ich denke, das bekommt man sukzessive hin.

Mindestens bis zur Kommunalwahl steht Ihnen eine CDU-Mehrheit gegenüber. Ein Manko?

Das muss nicht unbedingt ein Manko sein. Ich werde mir Mehrheiten beschaffen müssen. Das geht mit guten Argumenten für das, was angegangen werden muss.

Aber Sie hoffen schon, dass sich im März die Verhältnisse ändern, oder?

Ich bin sicher, dass sich die politischen Verhältnisse verändern werden. Die Wähler werden sich sagen, dass der neue Bürgermeister handlungsfähig sein muss und werden der SPD einfach ein paar Stimmen mehr geben. Wenn es zur Mehrheit reicht, wäre das schön. Behält aber unerwartet die CDU die absolute Mehrheit, kann ich auch damit umgehen.

Sie sind ein begeisterter Sänger. In welchem Messeler Gesangsverein werden Sie künftig Ihre Stimme erheben?

Das ist eine gute Frage. Doch im Moment kann ich sie nicht beantworten, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich wegen der vielen Verpflichtungen als Bürgermeister dieses Hobby überhaupt weiterhin ausüben kann. Da gibt es viele Abend- und Sitzungstermine.

Was haben Sie sich denn für Ihre ersten 100 Tage im Amt vorgenommen?

Da brauche ich nicht lange zu überlegen. Drei Themen müssen zügigst angegangen werden. Das erste ist die Schulbusverbindung zwischen Grube Messel und Messel. Sie wird zum Jahresbeginn eingestellt. Hier muss ich dafür sorgen, dass unsere Kinder nicht im Regen stehen bleiben. Diese Verbindung muss in irgendeiner Form aufrechterhalten werden. Der zweite Punkt ist die Kinderbetreuung. Auch hier ist Not am Mann. Ich muss einen Weg finden, dass wir zum nächsten Schuljahr die Kinderbetreuung abdecken können. Der dritte Punkt: Einkaufen in Messel.

Jetzt müssen Sie sich mit dem Haushalt für 2011 vertraut machen. Gibt Ihnen der Doppelhaushalt Sicherheit oder schränkt er den Gestaltungsspielraum ein?

Der Haushalt 2011 gibt keine Sicherheit, aber etwas Luft zum Atmen, um sich einzuarbeiten, um entsprechend den Haushalt für 2012 aufzustellen. Rechtzeitig aufzustellen. Erst mal bringt er Zeit, sich da einzuarbeiten.

Ein besonders wichtigen Thema ist die Betreuungssituation. 2011 fehlen 20 Betreuungsplätze. Wie sollen die finanziert werden?

Das ist eben genau das, woran wir arbeiten. Oder sofort arbeiten müssen. Wie kann hier die Gemeindeverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Kreis schnell etwas tun.( tim/eda)

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