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Integration Guter Start in den Schulalltag

Das „Hippy“-Projekt unterstützt Migrantenkinder und ihre Eltern beim Lernen lernen. "Bildung ist das A und O für eine gelungene Integration, es kann nie genug davon geben“, sagt Gregor Wehner, Vorsitzender des Kreisverbandes Deutsches Rotes Kreuz (DRK) Darmstadt.

24.06.2014 19:43
Elina Muchnik (links) besucht die Familien zu Hause und begleitet sie bis zur Einschulung der Kinder. Foto: andré hirtz

Die Kinder strahlen über das ganze Gesicht, als sie ihre Urkunden bekommen. Aufgeregt rufen sie durcheinander, ein lautes Sprachen-Wirrwarr erfüllt das Muckerhaus in Darmstadt-Arheilgen.

„Diese Urkunde ist ein Ansporn weiterzumachen. Bildung ist das A und O für eine gelungene Integration, es kann nie genug davon geben“, sagt Gregor Wehner, Vorsitzender des Kreisverbandes Deutsches Rotes Kreuz (DRK) Darmstadt. Mit seiner Motivationsrede richtet er sich an 39 Familien aus 20 Ländern, die in den vergangenen zwei Jahren das Familienbildungsprogramm „Hippy“ absolvierten.

„Hippy“ bedeutet frei übersetzt „Hausbesucherprogramm für Eltern mit Vorschulkindern“ und wird vom DRK bundesweit initiiert. Das Projekt ist darauf ausgerichtet, vor allem Kindern mit Migrationshintergrund einen erfolgreichen Start in das Schulleben zu ermöglichen.

Nachhaltiges Projekt

„Es ist ein sehr nachhaltiges Projekt, da wir bei den Eltern ansetzen. Sie sind die ersten Erzieher ihrer Kinder und können sie auch noch nach Ende von ,Hippy‘ unterstützen“, sagt Lea Bleines. Die Sozialpädagogin koordiniert das Projekt mit ihrer Kollegin Buket Dagdelen.

„Im Idealfall steigen die Eltern mit ihren Kindern im Alter von vier Jahren ein und nehmen zwei Jahre – bis zur Einschulung – teil“, sagt Bleines. Allerdings gebe es auch ein Quereinsteigerprogramm, das den Eltern in einem Jahr alles Wesentliche beibringe. „Wir schulen die Eltern in Rollenspielen, wie sie mit ihren Kindern lernen können“, sagt die Sozialpädagogin. Dazu werden verschiedene Spiel- und Lernmaterialien eingesetzt, diese stehen in den „Aktivitätsheften“. Gedächtnisspiele, feinmotorische Übungen, aber auch Ernährungstipps und Bewegung stehen auf dem Programm. „Außerdem wird die Eltern-Kind-Beziehung gestärkt, und die Eltern lernen natürlich auch Deutsch“, sagt Bleines.

Den Projekt-Koordinatoren stehen sieben „Hausbesucher“ zur Seite. „Sie fungieren als Brücke zwischen den Familien und uns Koordinatoren“, sagt Buket Dagdelen. Die Hausbesucher betreuen die Familien anfangs einmal pro Woche und üben mit den Eltern. „Sie kommen oftmals aus dem gleichen Kulturkreis wie ihre zugeteilten ‚Hippys‘. Sie bekommen damit einen ganz anderen Zugang zu den Teilnehmern und können Probleme besser erkennen“, sagt Dagdelen.

Finanzierung läuft bald aus

Elina Muchnik betreut aktuell elf Familien. „Wir gehen die Hefte mit den Eltern durch, stehen für Erziehungsfragen zur Verfügung und helfen auch sonst, wo wir können“, sagt Muchnik. Zur Not vermittle man Kontakte zu Beratungsstellen.

Später wechseln sich die wöchentlichen Hausbesuche mit den Gruppentreffen ab. Diese finden an fünf Standorten in Darmstadt statt: Eberstadt-Süd, Darmstadt-Stadt, Arheilgen, Kranichstein und Waldkolonie (Akazienweg). In der Gruppe können sich die Teilnehmer untereinander austauschen.

„Hippy“ wird durch die Craton Stiftung, die Stadt Darmstadt und Eigenmittel des DRK getragen. Allerdings läuft die Finanzierung bald aus. Das bedauern die beiden Koordinatorinnen – beide sind vom Nutzen des Projekts überzeugt. “‚Hippy‘ ist sehr hilfreich. Ich habe noch nie gehört, dass ein Kind nach dem Projekt einen Einschulungstest nicht bestanden hat“, sagt Dagdelen.

Das sieht auch Sabine Yetim so. Sie hat jeden Tag mit ihrer Tochter mithilfe des Aktivitätshefts geübt. „Meine Tochter hat viel gelernt und viel verstanden. Am Anfang war es kompliziert, aber mit der Zeit hat es sehr geholfen. Auch die Zusammenarbeit mit meiner Tochter war sehr schön.“

Mit den 39 abgehenden Familien werden ab September wieder Plätze in der „Hippy“-Organisation frei. „Wir können 80 Familien unterstützen, haben also aktuell Kapazitäten“, sagen die Koordinatoren.

Weitere Informationen gibt es unter 06151/3606652 oder im Internet auf www.drk-darmstadt.de. (eda)

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