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Hochschulbad der TU Liebe zum Detail

Zweieinhalb Jahre war das Hochschulbad der TU Darmstadt geschlossen, jetzt öffnet es wieder. 4,9 Millionen Euro hat die Rund-um-Sanierung gekostet, die erst durch das Konjunkturprogramm des Landes möglich wurde.

01.06.2011 12:18
Astrid Ludwig
Noch kräuselt keine Welle die Wasseroberfläche: Am 8. Juni wird wieder eröffnet. Foto: Andreas Arnold

Früher glichen die Räume einer dunkeldüsteren Kelleretage. Putz blätterte von den Wänden, die Technik war marode und Jahrzehnte alt. „Bis auf die tragenden Wände wurde hier alles verändert“, sagt Monika Barthel. Sie muss es wissen, sie ist die Architektin, die die Sanierungsarbeiten des Hochschulbades der TU Darmstadt begleitet hat.

Heute, zweieinhalb Renovierungsjahre später, ist das Äußere und Innere des Freibades kaum wiederzuerkennen: Zartblau schimmert das Wasser im 50-Meter-Becken, Tribüne und Umkleiden erstrahlen blendend weiß. Hell, freundlich und großzügig sind die Räume, die für Mitarbeiter, Bademeister und Sportwissenschaftler der Universität als Personal- und Schulungsräume zur Verfügung stehen. Auf dem neuesten Technikstand ist die riesige Filteranlage, die 400 Kubikmeter Wasser pro Stunde reinigt.

Nichts erinnert noch an den alten Zustand, die Risse im Becken und die Hygienemängel, die die Unileitung 2008 die Bremse ziehen, von Notbetrieb und Schließung sprechen ließ. Seit Jahren war die Grundsanierung des beliebten Bades bereits Thema gewesen. Der gerade erst ins Amt gekommene Kanzler der TU, Manfred Efinger, machte sich in der Stadt und an der Hochschule unbeliebt, als er erklärte, dass sich die TU eine so kostspielige Sanierung alleine nicht leisten könne. Fünf Millionen Euro, schätzte er, seien nötig.

Der Protest der Bürger und Studenten und auch Spendenaktionen hielten wochenlang an, bis schließlich das Land 4,7 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm für die Sanierung bereitstellte. Gekostet haben die Arbeiten letztlich 4,9 Millionen. 200.000 Euro zahle die TU aus ihrer Schatulle, sagt Kanzler Efinger. Dafür hat das Bad ein neues Becken aus Sichtbeton erhalten und das Wasser ist jetzt beheizt – mit Fernwärme. Es gibt einen Spielplatz und ein größeres Kinderplanschbecken. Eine steinerne, historische Froschskulptur speit Wasser hinein.

Den Denkmalschutz mit moderner Badtechnik und Sicherheit unter einen Hut zu bringen, war nicht leicht. Wolfgang Langner, städtischer Denkmalpfleger, ist dennoch begeistert. „Das Bad ist weitgehend in den Originalzustand zurückgebaut worden. Mit viel Liebe zum Detail“, sagt er. Geblieben sind die Startblöcke, die Überlaufkanten am Beckenrand wurden ebenso originalgetreu nachmodelliert wie Bänke und Balustraden. Und den Brunnen an der Stirnwand ziert noch immer ein kleiner Bronzefisch.

Die TU wird ihr Bad am 8. Juni beim Campusfest in Betrieb nehmen, die Bürger dürfen ab dem 9. Juni wieder ihre Bahnen ziehen. Ungeduldige haben nicht widerstehen können und sind bereits illegal geschwommen. „Wildbaden“, nennt der TU-Kanzler das und warnt vor Nachahmung.

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