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Groß-Gerau Protest gegen neue Parkplätze

Die Firma ARS Altmann stößt mit ihren Plänen auf den Widerstand von Anwohnern. Sie fürchten mehr Lkw-Verkehr, mehr Behinderungen und Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, Lärmbelästigung und Umweltverschmutzung.

03.12.2015 19:29
Blick vom Wasserturm auf das Autolager der Firma ARS Altmann. Foto: Wulf-Ingo Gilbert

Die Firma ARS Altmann, die Pkw transportiert, möchte ihr Betriebsgelände in Groß-Gerau erweitern. Sie stößt mit ihren Plänen auf Widerstand von Anwohnern, die nun eine Bürgerinitiative gegründet haben.

Noch mehr Lkw-Verkehr in Dornberg, noch mehr Behinderungen und Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer durch die Transporter, Lärmbelästigung, Störung durch Scheinwerfer in der Nacht, Umweltverschmutzung – all dies fürchten Anwohner, wenn die Firma ARS Altmann die Genehmigung bekäme, ihre Abstellflächen für Pkw Richtung Wohnbebauung zu vergrößern. Dort soll Platz für weitere 600 Autos entstehen.

Derzeit läuft das Bebauungsplanverfahren, die Pläne wurden offengelegt, die parlamentarischen Gremien werden sich noch mit den Stellungnahmen der Betroffenen befassen, ehe sie über den Antrag der Firma entscheiden. Parallel dazu hat sich die „Bürgerinitiative (BI) Dornberg gegen das Bauprojekt Lausböhl“ gegründet.

Deren Sprecherin Ulrike Roggendorf stand am Samstag mit anderen BI-Mitgliedern zwei Stunden auf dem Marktplatz, um weitere Unterschriften gegen das Projekt zu sammeln. Auch am kommenden Samstag will die BI dort wieder ab 10 Uhr präsent sein. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass die Entscheidung für alle Konsequenzen hat – verkehrspolitisch und -technisch“, so Roggendorf. Die BI frage sich, was der Nutzen der Stellplatzerweiterung für die Allgemeinheit sein soll. Firma und Stadt blieben Antworten schuldig: Bringt die Maßnahme neue Arbeitsplätze, Lehrstellen, zusätzliche Steuereinnahmen? Die Dornbergerin spricht von einer „zerstörerischen Art der Wirtschaft“.

Kritik an weiterem Flächenverbrauch

Die Fraktionen im Stadtparlament bewerten die Pläne unterschiedlich. Die CDU werde sich dem Vorhaben nicht in den Weg stellen, teilt Fraktionsvorsitzender Joachim Hartmann mit. Der gültige Flächennutzungsplan lasse es zu; er sei seinerzeit einstimmig auf den Weg gebracht worden. Auch würden die nötigen Abstände zur Bebauung eingehalten, zwischen neuem Gelände und dem Bebauungsrand liege noch ein Ackerstreifen. Die Störungen werden in den Augen der CDU nicht so groß sein, wie sie von den Gegnern des Projekts beschrieben würden.

Die SPD hat nichts gegen das Logistikunternehmen, betont ihr Fraktionsvorsitzender Jürgen Martin. Altmann müsse jedoch nachlegen „und für ein tadelloses Ganzes im und um das eigene Gelände sorgen. Diese Bringschuld besteht unabhängig von der Frage der Erweiterung“. Die Erweiterung sehe die SPD ähnlich kritisch wie anfänglich die Untere Naturschutzbehörde des Kreises, so Martin. Diese habe mit Recht die Frage aufgeworfen, was auf dem bestehenden Gelände möglich ist, ehe neue Fläche verbraucht wird. Stichwort Flächenoptimierung, zum Beispiel durch ein Parkdeck. Wenn das Unternehmen argumentiere, der Bau von Parkdecks sei zu teuer, heiße das nicht automatisch, „dass wir in der städteplanerischen Abwägung denselben Zwängen unterliegen“.

Die Grünen wollten zunächst die Stellungnahmen der Behörden und der Verwaltung zur Offenlegung des Bebauungsplans für den Lausböhl abwarten, erklärt Fraktionschefin Renate Wahrig-Burfeind. Es gelte, die Interessen der Anwohner, die keine weitere Bebauung wünschen, und die der Firma Altmann abzuwägen.

Die Kombi-Fraktion unterstützt die Anwohner, erklärt ihr Vorsitzender Karlheinz Wamser. Es sei nicht nachvollziehbar, dass an dieser Stelle weitere Grünflächen teilweise versiegelt und die Anwohner noch mehr Lärmbelästigungen ausgesetzt werden sollen. Man befürchte in diesem Zusammenhang einen weiteren Anstieg des Lkw-Verkehrs auf dem Südring und auf der B 44 in Dornheim, Berkach und Dornberg. Damit steige auch die Unfallgefahr für Fußgänger und Radfahrer.

Auch die Linken-Fraktion ist gegen die Erweiterung, wie Kostas Papoutsakis mitteilt. Denn eine Erweiterung des Areals brächte nach ihrer Meinung nicht nur mehr Belastungen für Groß-Gerau, sondern für den ganzen Kreis. (amt)

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