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Gericht Darmstadt Haftstrafe für Familienvater

Ein 40-jähriger Mann hat seine Frau und seine Schwiegermutter misshandelt und bedroht.

21.12.2011 09:25

Weil er seine Frau und seine Schwiegermutter misshandelt und massiv bedroht hat, ist ein 40 Jahre alter Darmstädter am Dienstag vom Schöffengericht Darmstadt zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt worden.
Der vielfach vorbestrafte Spätaussiedler aus Kasachstan war 1991 nach Deutschland gekommen. Vor zwei Jahren hatte er eine 25 Jahre alte Friseurin geheiratet und war mit ihr in eine Wohnung in der Kiesstraße gezogen. Das Paar hatte sich im Gefängnis kennengelernt: Der Bräutigam teilte mit dem Bruder der Braut eine Zelle. Die Frau hatte bereits einen Sohn aus einer früheren Beziehung. Während der Ehe kamen zwei gemeinsame Kinder hinzu.

Vor Gericht sagte der Angeklagte, er hoffe seine Ehe noch retten zu können. Doch derlei Vorstellungen zerplatzten beim Zeugenauftritt der misshandelten Ehefrau wie eine Seifenblase. Die 25-Jährige erklärte sehr bestimmt, dass ein weiteres Zusammenleben nicht mehr in Frage komme. Es habe sich nicht um einmaligen Kontrollverlust des Mannes gehandelt, dieser sei vielmehr seit Beginn der Ehe regelmäßig handgreiflich geworden – „das hat sich mehr und mehr gesteigert.“

Die letzte Stufe der Eskalation war am 3. September erreicht, als der 40-Jährige seine Frau im Verlauf eines Streits heftig ohrfeigte. Als sie ankündigte, ihren Vater zu Hilfe zu rufen, drohte er, diesen „abzustechen“ – die Frau und die Kinder kämen „gleich hinterher“.

Tritte und Schläge

„Da wusste ich: Jetzt muss ein Strich gezogen werden“, sagte die Darmstädterin. Der Mann verließ zunächst das Haus; als er zurückkehrte, gegen die verschlossene Tür hämmerte und neue Todesdrohungen ausstieß, erteilte ihm die herbeigerufene Polizei einen Platzverweis.

Die Frau zog mit den Kindern für einige Tage zu ihren Eltern nach Frankfurt. Am 8. September kam sie zurück in die Kiesstraße, in Begleitung ihrer Mutter. Diesmal stieg ihr Mann von außen über das Balkongerüst bis in den vierten Stock. Er trat die Balkontür ein und begann auf die Frauen einzuschlagen und zu treten. Am nächsten Tag wurde der 40-Jährige festgenommen, er sitzt seither in Untersuchungshaft.

Für eine Bewährungsstrafe sahen Staatsanwalt Bernd Kunkelmann und Nebenklage-Anwältin Angela Gräf angesichts des Vorstrafenregisters des Mannes und der Schwere der Misshandlungen keinen Raum.
Der Angeklagte soll während der Haftzeit Gelegenheit zu einer Entzugstherapie bekommen. Zum Zeitpunkt der Taten stand er unter dem Einfluss von Alkohol und anderen Rauschmitteln.

Wegen des bevorstehenden Scheidungsverfahrens werde der 40-Jährige aber vorerst den Kopf nicht frei haben, was Voraussetzung für eine erfolgreiche Drogentherapie sei, sagte Richter Bruno Beil. Nach Ablauf einer gewissen Zeit, wenn sich alles etwas beruhigt habe, könne er eine Therapie beginnen. (bad.)

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