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Digitalisierung in Darmstadt Darmstadt will als Digitalstadt durchstarten

Der Darmstädter OB Jochen Partsch (Grüne) stellt die neu gegründete Digitalstadt GmbH vor. Das städtische Tochterunternehmen soll wissenschaftlich begleitet Digital-Projekte in der Stadt umsetzen.

Heag Mobilo testet führerlose Kleinbusse
Im März 2017 testete Heag Mobilo einen führerlosen Kleinbus auf dem Gelände der Lincoln-Siedlung. Foto: Monika Müller

Ein Tag in der Digitalstadt, wie er schöner nicht sein könnte: Die Straßenlaternen dimmen am Morgen runter, die Fensterläden des Energiesparhauses öffnen automatisch, noch im Bett die ersten News auf dem Smartphone lesen, beim Frühstück überwacht ein Armband Herzschlag und Blutdruck, der Kühlschrank meldet, wenn die Milch leer ist und bestellt sie über das Internet – am besten bei einem lokalen Händler, der sie per E-Bike nach Hause liefert.

Der Weg zur Arbeit wird über intelligente Ampelschaltungen ganz ohne Rotphasen gesteuert, die E-Tankstelle checkt die Reichweite des Autos und einen Parkplatz findet man per App, während man sich auf Anzeigetafeln oder per Handy über den CO2-Gehalt der Luft, die Sonneneinstrahlung und die Höhe des Geräuschpegels durch die Baustelle nebenan informiert ... 

Doch das ist nur eine grobe Skizze des Lebens in der Digitalstadt. Die Visionen, die Darmstadt in den nächsten zwei Jahren ausprobieren will, sind viel umfangreicher und beziehen zahlreiche Unternehmen, wissenschaftliche Institutionen und die Bürger mit ein. Am Dienstagabend präsentierte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) vor zahlreichen Unterstützern des Bitkom-Wettbewerbs, bei dem Darmstadt im Juni den Titel „Digitalstadt“ gewonnen hat, die neu gegründete Digitalstadt GmbH. Das städtische Tochterunternehmen wird ab Januar seinen Sitz im Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) in der Rheinstraße 75 haben.

Etwa 30 Projekte soll ein zehnköpfiges Team unter der Geschäftsführung von Joachim Fröhlich, José David da Torre Suárez und Simone Schlosser planen und umsetzen. Wissenschaftlich begleitet werden sie dabei vom Cybersecurity-Experten und TU-Professor Michael Waidner. Unterstellt ist die Gesellschaft direkt dem OB.

Das Land Hessen sicherte die Unterstützung wichtiger Projekte zu: „Wir sind überzeugt, dass Darmstadt anderen Regionen als Beispiel dienen kann“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Mathias Samson in Darmstadt. Hier werde sich zeigen, welche Produkte zielführend sind, wie und wo Bürgerbeteiligung funktioniert und wie sich die Digitalisierung erfolgreich nutzen lasse.

„Wir wollen kein Objekt der Digitalisierung sein“, sagte OB Partsch, „sondern verantwortlicher Akteure in dieser Entwicklung.“ Dazu gehöre, nicht vorschnell auf die eine oder andere Technik zu setzen, sondern auszuprobieren, was sich bewähre.

Bereits seit zwei Jahren bietet Darmstadt eine Verkehrs-App, die Staus und Baustellen auf einzelnen Straßen anzeigt. Diese soll auf die gesamte Stadt ausgeweitet werden. Zudem soll die bestehende Darmstadt-App mit öffentlichem Nahverkehr, Stadtwirtschaft, Serviceangeboten und Handel vernetzt werden. Geplant ist ein digitales Schaufenster, bei dem hiesige Geschäfte über eine Onlineplattform ihre Waren vertreiben können. Auch die Einführung eines Bürgerkontos für Verwaltungsangelegenheiten ist geplant. Darmstadt wäre damit eine der ersten Kommunen in Hessen.

„Die Digitalisierung soll kein Selbstzweck sein, sondern Mittel, um gesellschaftliche Probleme zu lösen“, sagte Samson. Dafür wollen Fröhlich und sein Team Darmstadt zu einer Modellstadt machen, die ihre Erfahrungen mit anderen Städten teilt.

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