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Dianaburg lockt Paare und Künste Jagdpavillon wieder eröffnet

27.000 Euro hat sie gekostet, die Restaurierung der Dianaburg im Kranichsteiner Wald. Vier Jahre lang haben die Arbeiten gedauert, doch nun soll es dort im Sommer Theater und Hochzeitsgesellschaften geben. Von Frank Schuster

13.10.2008 00:10
FRANK SCHUSTER
Erstrahlt in neuem Glanz: Der Jagdpavillon Dianaburg. Foto: Schick/FR

Sie ist aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht: Nach vier Jahren Restaurierungsarbeit ist die einstmals vor sich hinbröckelnde Dianaburg am Sonntag mit einem von Jagdhornbläsern eingeleiteten Fest wiedereröffnet worden.

Der Verein Förderkreis Dianaburg hatte sich für die Instandsetzung und den Schutz des historischen Jagdpavillons im Kranichsteiner Wald zwischen Arheilgen und Messel eingesetzt.

In Zukunft sind in dem auf den Grundfesten eines ehemaligen Rokoko-Waldschlösschens erbauten, heute schlichte Eleganz ausstrahlendem Gebäude in Nähe des Ausflugslokal Forsthaus Kalkofen unter anderem Freilichtaufführungen, Lesungen, Kleinkunst, Kutschenfahrten zum Kranichsteiner Jagdschloss und standesamtliche Hochzeiten geplant, wie der Vereinsvorsitzende Daniel Sabais sagte. Hochzeitspaare sollen dort eine schöne Kulisse für ihre Fotos finden.

Barocke Anlage

Vor dem Engagement des Vereins war der Pavillon nahezu verfallen. Die Jugendorganisation Die Falken hatte dort früher regelmäßig Zeltlager veranstaltet und unansehnliche Baracken hinterlassen, berichtet der ehemalige Darmstädter Forstamtsleiter Arnulf Rosenstock, der sich für die Restaurierung eingesetzt hatte.

Von der ursprünglichen barocken Anlage sei nichts mehr erhalten gewesen; das für Parforce-Jagden genutzte Gebäude lag im Zentrum von sich sternförmig ausbreitenden Waldwegen. Forstarbeiter hätten neue Schneisen geschlagen und damit die alten Sichtbeziehungen wieder hergestellt.

Nachdem das Dach und sein Ringanker bereits wieder instand- gesetzt waren, erhielt das Gebäude in diesem Jahr seinen Feinschliff: eine neues Eingangstor kam dran, der Innen- und Außenputz wurden erneuert sowie der Anstrich.

Bei allen Arbeiten stand der städtische Denkmalpfleger Nikolaus Heiss mit Rat und Tat zur Seite. Nun müssen noch neue Holzdielen auf den Boden und vor die Tür ein kleines Pflaster. "Die Dianaburg ist ein richtiger Eyecatcher geworden", sagt Forstamtsleiter Hartmut Müller. "Wir wollen die Leute in den Wald holen."

Der Pavillon besitzt weder eine Heizung noch Stromverbindung; er hat eine Grundfläche von lediglich 35 Quadratmetern. Somit sind Kulturveranstaltungen nur in den wärmeren Monaten möglich, in denen man aufgrund der Enge im Inneren des Gebäudes mit Stühlen nach draußen ausweichen kann.

"Wir wollen hier auch keinen Rummel", sagte Müller. "Ziel ist es, das Gebäude zu erhalten, aber nicht, es zu kommerzialisieren." Theo Ludwig, Laienschauspieler im "Kranichstaaner Kur-Asambel" schlug vor, eine kleine Bühne zu errichten, um im Sommer dort etwa das Mundartstück "Schee wär' s gewese" aufzuführen, in dem die Dianaburg erwähnt werde.

Der auf Gebiet des Staatsforsts errichtet Jagdpavillon ist im Besitz des Landes Hessen. Dieses hat die Restaurierung mit 12.000 Euro bezuschusst. 15.000 Euro sammelte der Förderverein. Spender waren unter anderem die örtliche Handwerkerschaft, das Forstamt, der Lions Club Louise Büchner, die Volksbank sowie Merck.

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