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Darmstadt-Wixhausen Fundament für den Ring

Die Beschleunigeranlage "Fair" soll mit 1400 Stützen vor dem Einsinken bewahrt werden. Bis zum Sommer sollen alle Betonpfeiler verschwunden sein. Danach steht das Ausheben der Grube an.

17.01.2014 10:56
Mit Beton füllen Arbeiter ein Bohrloch auf dem „Fair“-Baugelände bei Darmstadt-Wixhausen. Foto: dpa

Die Vorbereitungen für den Rohbau der Beschleunigeranlage „Fair“ im Wixhäuser Wald neben dem GSI-Helmholtzzentrum gehen schnell voran: Etwas mehr als die Hälfte der insgesamt 1400 Betonpfähle ist jetzt in der Erde. Eingesetzt werden sie von riesigen Baumaschinen.

Merkwürdiges Bauwerk

„Damit die Maschinen nicht einsinken, wurde dort, wo sie arbeiten, eine 50 bis 70 Zentimeter dicke Schotterschicht aufgetragen“, erklärt Michael Moser von der verantwortlichen Baufirma Züblin. Doch nicht nur die Baugeräte benötigen auf der 20 Hektar großen Baustelle eine Stabilisierung: Auch der Bau selbst, der dort mal entstehen soll, braucht Unterstützung. Und da reichen ein paar Schottersteine beileibe nicht mehr aus.

Aus rund 600.000 Kubikmeter Beton und 35.000 Tonnen Stahl soll bis 2018 der Teilchenbeschleuniger „Fair“ entstehen. Bestehen wird die Anlage aus 24 Gebäuden und Tunnelabschnitten mit Kurven und Windungen, alles in allem ein „sehr merkwürdiges Bauwerk“, wie es Florian Hehenberger, Direktor für Gelände und Gebäude von „Fair“, ausdrückt. „Es ähnelt in seiner Form keinem Haus, keinem normalen Tunnel, keinem Staudamm.“

In diesem „merkwürdigen“ Bau sollen künftig auch ziemlich kuriose Dinge geschehen, zumindest aus Laien-Sicht: Kleinste Teilchen sollen in dem Tunnelsystem nahezu auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden können, um Erkenntnisse über die Entstehung des Universums zu gewinnen.

600.000 Kubikmeter Beton

Um ein Gebäude dieses Ausmaßes überhaupt tragen zu können, ist der Boden eigentlich nicht wirklich geeignet, wie Hehenberger bei einer Baustellenbegehung erläutert. Die Erde besteht aus verschiedenen Schichten von Sand, Ton, Kalk und Mergel – „um es kurz zu machen: alles schlecht“.
Würde man „Fair“ einfach so ohne Stabilisierung auf diesem Boden errichten, dann könnte es passieren, dass die ganze Anlage um bis zu einen halben Meter absackt. Also müssen, bevor der Rohbau angegangen wird, Betonpfeiler in den Boden gesteckt werden. Wenn man alle 1400 davon aneinanderreihen würde, hätten sie eine Gesamtlänge von 60 Kilometern.
Bis zum Sommer sollen alle Betonpfähle in der Versenkung verschwunden sein – etwa ein halbes Jahr früher als ursprünglich geplant. Als nächster großer Meilenstein steht ab dem kommenden Jahr dann der Aushub der Grube für den Rohbau an. Zuvor aber muss der Boden mithilfe spezieller Pumpen trockengelegt werden, denn er ist noch zu nass. Probleme erwartet Florian Hehenberger deshalb aber nicht. (mmi)

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