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Darmstadt Wiederverwendbarer Kaffeebecher reduziert Müll

Mehr als fünf Millionen Kaffeebecher landen jährlich im Müll. Mit einer Erfindung aus Darmstadt könnte sich das möglicherweise ändern.

Mehrwegsystem für Kaffeebecher
Tom Philipps präsentiert den Protoyp eines wiederverwendbaren Kaffeebechers aus thermoplastischem Kunststoff. Foto: Claus Völker

Mit einem Mehrweg- und Pfandsystem für Kaffee- oder Teebecher soll in Darmstadt vom Frühjahr nächsten Jahres an die Menge an weggeworfenen Einwegbechern um mindestens 20 Prozent verringert werden. Das entspräche über 100 000 Becher beziehungsweise zwölf Tonnen weniger Müll pro Jahr. Zum Auftakt der Europäischen Woche der Abfallvermeidung hat die Hochschule Darmstadt am Freitag die Prototypen von zwei Bechern aus Polypropylen und Keramik präsentiert. An dem Kooperationsprojekt zwischen der Hochschule und der Stadt beteiligen sich auch der Stadtwirtschaftskonzern Heag, der Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD), das Darmstädter Unternehmen e-hoch-3 und das Studierendenwerk.

Vorgesehen ist, dass die neu entwickelten Becher inklusive eines ebenfalls wiederverwertbaren und zum Mehrwegsystem gehörenden Deckels einmalig gegen eine Pfandmarke gekauft werden können. Die benutzten Becher können Kunden dann in Geschäften, die sich an dem System beteiligen, abgeben, so dass diese dann für eine erneute Nutzung gespült werden. Gegen die Pfandmarke erhalten die Kunden dann in allen Partnergeschäften frisch gespülte Becher. Das Studierendenwerk, die Bäckerei Bormuth sowie einige Cafés wollen bei der Einführung des Bechers als Pilotpartner dabei sein.

Laut Industriedesign-Professor Tom Philipps vom Institut für Innovation und Design vermitteln die neu entwickelten Becher „einen eleganten und wertigen Eindruck“, fünf senkrechte Lamellen erinnern zudem an den Hochzeitsturm auf der Mathildenhöhe. Das Mehrwegsystem soll unter ökologischen Gesichtspunkten überzeugen, aber auch über das Design Gefühle ansprechen, so Philipps.

Nach Angaben der Hochschule verbraucht jede Darmstädterin und jeder Darmstäder jedes Jahr durchschnittlich 34 Coffee-to-go-Einwegbecher, so dass damit jährlich mehr als fünf Millionen Becher im Müll landen.

Die Idee zu dem Becher stammt von Studierenden der Hochschule Darmstadt, die vor gut zwei Jahren Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) im Rahmen einer Ringvorlesung der „Initiative: Nachhaltige Entwicklung“ ihre Vision einer Mehrwegbecher-Lösung für Darmstadt präsentiert hatten. Hieraus entwickelte sich dann das Koopeen im Rahmen eines Aktionstags des EAD heute vonrationsprojekt, das auch mit einer wissenschaftlichen Begleitforschung überwacht werden soll.

Nach Angaben von Daniel Pfeffer, der bei der Heag als Projektleiter für Unternehmensentwicklung tätig ist, will man auch bei der Produktion der Becher sowie der Herstellung der Pappbanderolen, die dem Hitzeschutz und für Vermarktungszwecke dienen, mit Firmen aus der Region zusammenarbeiten. Bis zur Markteinführung im Frühjahr 2019 sollen weitere Projektpartner gefunden und eine eigene Gesellschaft zur Entwicklung und Vermarktung des Systems gegründet werden.

Im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung werden die Mehrwegbecher-Prototyp 10 bis 15 Uhr auf dem Ludwigsplatz sowie jeweils von 11 bis 14 Uhr am 20. November in der Mensa Stadtmitte, am 21. November in der Mensa Lichtwiese sowie am 22. November in der Mensa Schöfferstraße zu sehen sein.

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