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Darmstadt Vom Finden der Liebe

Sozialpädagogin Corinna Perleberg hilft seit 2009 Darmstädtern bei der Partnersuche. Sie bietet auch ein „Single-Coaching“ an, bei dem sie ihre Qualifikation in der Beratung einbringt.

06.04.2015 19:15

Noch nie gab es so viele Single-Haushalte in deutschen Großstädten – mitunter deutlich über 50 Prozent. Und noch nie wurden derartig viele Partnerschaftsbörsen frequentiert. Während also Millionen Menschen in diesem Land alleine leben, suchen viele von ihnen einen Partner.

In Darmstadt gibt es seit 2009 die Partnerschaftsbörse „Zweisam“. Initiatorin ist die hauptberuflich bei Pro Familia angestellte Sozialpädagogin Corinna Perleberg (28). „Als Mittelweg zwischen einem Speed-Dating und einem ganzheitlichen, sehr zeitintensiven Kennenlernen ist ‚Zweisam‘ entstanden“, beschreibt Perleberg das Konzept. Kern des Angebots sind Kennenlerntreffen, die Perleberg organisiert.

Beim ersten Kennenlerntermin, zu dem Corinna Perleberg einlud, hatten sich 120 Frauen und 17 Männer angemeldet, berichtet sie. Aus solchen Erlebnissen hat sie gelernt. Inzwischen wird nach Alterssegmenten eingeladen, in der Regel gibt es Ü 25- bis Ü 65-Treffen. Neben den altersspezifischen Treffen gibt es auch Termine speziell für Studenten oder für Schwule und Lesben.

Jenseits des 40. Lebensjahres suchten Frauen, so Perlebergs Erkenntnis, einen Partner am liebsten in der realen Gesprächssituation, die Männer jedoch in der Mehrheit gezielt im Netz. Und deshalb melden sich zu ihren Kennenlerntreffen im Segment unter 35 doppelt so viele Männer an wie Frauen und im Segment über 45 umgekehrt. Das muss für ein „natürliches Kennenlernen im künstlichen Raum“ (Perleberg) also alles bedacht, organisiert und möglichst ausgeglichen werden.

Coaching für Singles

Auch bei den Jüngeren gibt es Schwierigkeiten. „Die Suchenden um die 30 haben nicht selten schon höchste Ansprüche an einen möglichen Partner.“ Weil sie natürlich auch eine mögliche Familienphase mit im Auge haben. „Da sieht man schon, dass bei der Qual der Wahl die Qual stark überwiegt“, sagt Perleberg.

Wenn die Traumperson nicht zu ermitteln ist, muss eben weiter gesucht werden. So kann dann Suchen übergehen in Sehnsucht als Lebensprinzip. Das Ideal ist also ein Killer? „Viele schieben das auch vor“, sagt Perleberg, „sie müssen manche Kandidaten aussortieren, um sich emotional-psychisch zu schützen.“ Tragen daran vielleicht die Medien Schuld – mit ihren vielen idealisierten Stars und Sternchen, den Schönen und Schlanken, den Reichen und Erfolgreichen? „Die Medienwirkung ist schon da, absolut, aber die allermeisten wissen das schon einzuordnen“, sagt Perleberg. „Der Optimierungswahn bleibt aber dennoch bestehen.“ Und er beherrscht auch den Umgang miteinander: „Möge dein Leben so fantastisch sein, wie es auf Facebook erscheint“, wünschten sich Onliner mitunter schon gegenseitig.

Inzwischen bietet Perleberg zusätzlich ein „Single-Coaching“ an, bei dem sie ihre Qualifikation in Beratung einbringt. Was vermisst Perleberg bei ihren Klienten? „Also, bei der Kunst des Flirtens“, sagt sie, „gibt es eine deutliche Verarmung.“ Nicht zuletzt, weil viele Teilnehmer „vom eigenen Ich blockiert“ seien: Sie erzählen von sich, berichten von ihren Leistungen, um für sich einzunehmen, für sich zu werben. „Aber zu flirten bedeutet eben: Komplimente wagen, dem Anderen schöne Augen machen.“

Mehr Informationen und Anmeldung auf www.zweisam-sein.de, E-Mail: info@zweisam-sein.de. (phg)

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