Lade Inhalte...

Darmstadt Streit mit Autohaus

Acht Mitarbeiter der Darmstädter Filiale des Autohauses Nix werden fristlos entlassen - jetzt wird vor Gericht verhandelt.

Weil sie fristlos entlassen wurden, sind acht Mitarbeiter der Darmstädter Filiale des Autohauses Nix vor das Arbeitsgericht gezogen. Beim Gütetermin ist es jedoch nur bei einem zum Vergleich gekommen, wie Jochen Homburg, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Darmstadt, der FR sagte. In diesem Fall werde die fristlose in eine ordentliche Kündigung umgewandelt, alle Betrugsvorwürfe würden zurückgezogen.

„Wenn die Kündigungsgründe so schnell zurückgenommen werden können, spricht das eine deutliche Sprache“, sagte Homburg. Die Gewerkschaft vermutet einen Zusammenhang mit geplanten Betriebsratswahlen. Dagegen teilte Nix’ Anwalt mit, dass die Betriebsratswahlen „bezeichnenderweise“ nicht erwähnt worden seien, sage alles aus. Es handele sich wohl nur um „Stimmungsmache im Vorfeld des Prozesses“. Die anderen Betroffenen fordern laut Homburg weiter, dass „die Kündigung für rechtswidrig erklärt und das Arbeitsverhältnis fortgesetzt wird“.

Die Firma habe aber die Betrugsvorwürfe vor Gericht erneuert und zudem den Vorwurf erhoben, die Mitarbeiter hätten zu viele Rabatte gewährt. Hierzu erklärte der Gewerkschafter, es sei bei Nix üblich, dass sich ein Mitarbeiter vor Gewährung eines Rabattes diesen mündlich von der Geschäftsleitung in Wächtersbach genehmigen lassen müsse. „Das öffnet Tür und Tor für Vorwürfe.“ Hinterher könne man immer behaupten, den Rabatt nicht genehmigt zu haben.

Auch für Kunden kann dies von Nachteil sein. So erging es etwa Frank Buchholz, dem Geschäftsführer der Eschborner Firma Synedap Consulting, bei dem ein zugesagter Rabatt von gut 16 Prozent beim Leasing eines Firmenwagens in der Endabrechnung nicht aufgeführt wurde – „da sich an den vom Autohaus eingeräumten Rabatt niemand erinnern will“, schrieb er in einer Bewertung bei Facebook und ärgert sich über „Abzocke“. Wegen dieses Kommentars hat er eine Unterlassungsklage des Autohauses am Hals, die demnächst vor dem Landgericht Braunschweig verhandelt werden soll, wie er der FR sagte. Seinen Rabatt will er auch noch erstreiten.

Für die Autohaus-Mitarbeiter geht es im Januar vor dem Arbeitsgericht Darmstadt weiter.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen