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Darmstadt Probleme bei „Fair“

Teilchenbeschleuniger wird nicht bis 2018 fertig

06.04.2015 19:09

Eines der derzeit größten internationalen Forschungsprojekte, der Bau des Teilchenbeschleunigers „Fair“ am GSI-Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt-Wixhausen, ist in Turbulenzen geraten. Als Konsequenz stellte Ursula Weyrich, seit November 2014 Administrative Geschäftsführerin der bald zusammengefassten Gesellschaften von GSI und „Fair“, bei einer Pressekonferenz das Ziel vor, möglichst schnell zu einer Geschäftsführung aus einer Hand zu kommen. Sie soll aus einem administrativem, wissenschaftlichen und – neu – technischen Geschäftsführer bestehen.

Ursprünglich sollte der Bau 2018 abgeschlossen sein. Schon im Herbst vergangenen Jahres zeichnete sich intern ab, dass es erhebliche bauliche Verzögerungen gibt, die möglicherweise auch zu Mehrkosten führen könnten. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesforschungsministerium und Aufsichtsratsvorsitzender der GSI GmbH, setzte daraufhin eine Expertengruppe ein mit dem Auftrag, zu prüfen, wie trotz der absehbaren Verzögerungen beim Bau der Infrastruktur der erfolgreiche Aufbau der Beschleunigeranlage ermöglicht werden könne.

Strukturell kritisch

Die Wissenschaftlergruppe unter Leitung des hochangesehenen Rolf-Dieter Heuer, Generaldirektor der Europäischen Organisation für Kernforschung in Genf (Cern) kam bei der Überprüfung von „Fair“ im Februar zu dem Schluss: Wissenschaftlich okay, aber organisatorisch und strukturell kritisch zu bewerten.

Künftig sollen deshalb Kontrollmechanismen Fehlentwicklungen bei der weiteren Umsetzung von „Fair“ verhindern. Mittlerweile gibt es auch einen neuen Bauleiter, was aber nichts mit den Verzögerungen zu tun habe, wurde betont.

Weitere Konsequenz: Eine „kritische Kostenanalyse“ (Weyrich) soll den Partnern beim „Fair“-Projekt Mehrkosten ersparen. Bund und das Land Hessen tragen 75 Prozent der Kosten, den Rest Finnland, Frankreich, Indien, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, Slowenien und Großbritannien. Die deutsche Seite, so erläuterte Weyrich, habe bereits deutlich gemacht, dass sie keine Mehrkosten tragen werde. „Der Umfang der Arbeiten und die Entwicklung der Kosten sind kommunizierende Röhren. Deshalb will ich dazu keine feste Daten nennen“, sagte Weyrich auf Nachfragen.

Die Stadt Darmstadt verspricht sich enorme positive Effekte von dem Projekt. Bei „Fair“ sollen rund 3000 Wissenschaftler aus aller Welt neue Einblicke in den Aufbau der Materie und in die Entwicklung des Universums seit dem Urknall gewinnen. (ryp)

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