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Darmstadt Parkende Autos behindern Feuerwehr

Mit Autos zugeparkte Gehwege und Kreuzungen sorgen in Darmstadt immer wieder dafür, dass sich bei Einsätzen die Anfahrt der Feuerwehr verzögert.

Zugeparkte Straßen
Das Löschfahrzeug kommt in der Sandbergstraße kaum an korrekt parkenden Autos vorbei. Foto: Michael Schick

Nur sechs Minuten braucht die Darmstädter Feuerwehr durchschnittlich, um in der Stadt einen Einsatzort zu erreichen. Und in 95 Prozent der Fälle können innerhalb von zehn Minuten 15 Einsatzkräfte damit beginnen, einen Brand zu löschen oder technische Hilfe zu leisten.

Hessenweit ist die Darmstädter Feuerwehr damit nach den Worten von Bürgermeister Rafael Reißer (CDU) „Spitzenklasse“. Doch Reißer und Feuerwehrchef Johann-Georg Braxenthaler sorgen sich, dass sich dieser Wert verschlechtern könnte.

Mit Autos zugeparkte Gehwege und Straßenkreuzungen sorgen immer wieder dafür, dass sich bei Einsätzen die Anfahrt vor allem der Großfahrzeuge der Feuerwehr verzögert. Zwar seien jeden Tag sechs Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens im Auftrag der Stadt unterwegs, um entsprechende Verkehrsverstöße zu ahnden, wie der Ordnungsdezernent sagt. Doch Reißer setzt auch darauf, die Bevölkerung mit Sonderfahrten von Feuerwehrfahrzeugen entsprechend zu sensibilisieren.

Um das Bewusstsein für die täglichen Schwierigkeiten der Einsatzkräfte zu schärfen, hatte die Darmstädter Berufsfeuerwehr am Montagvormittag eine Rundfahrt durch den Stadtteil Bessungen organisiert. Dabei zeigte sich, dass in Alt-Bessungen eigentlich etliche Parkplätze gestrichen werden müssten, um eine problemlose, zügige und sichere Durchfahrt der Feuerwehrfahrzeuge zu ermöglichen.

Gegenüber der Einmündung der Schurzstraße in die Weinbergstraße steuerte das zwölf Meter lange Drehleiter-Fahrzeug beispielsweise auf einen roten Kombi zu, der auf dem Seitenstreifen abgestellt war. Wie sich schnell herausstellte, hatte die Gattin des stellvertretenden Feuerwehrchefs Jens Rönnfeldt den Wagen dort geparkt. Vorschriftsmäßig – der Einsatzwagen konnte dennoch kaum in die Weinbergstraße einbiegen. Der Autoschlüssel war zwar fix geholt, doch im Ernstfall hätte der Fahrer viel Nerven und Können aufbringen müssen, um das schwere Gefährt an dem geparkten Auto vorbeizubugsieren.

Eine Parallelstraße weiter – in der Sandbergstraße – eine ähnliche Situation: In der kleinen Gasse dürfen Autofahrer auf der linken Seite den Gehweg mitbenutzen, um ihre Wagen abzustellen. Doch auch diese Parkplätze müssten eigentlich wegfallen, weil zwischen den Feuerwehrfahrzeugen und den geparkten Autos nur eine Handbreit Platz bleibt.

Weiter oben, an der Einmündung der Sandbergstraße in die Ludwigshöhstraße, berichten Anwohner, dass Eltern regelmäßig auf einer Parkverbotszone halten, um ihre Kinder zur Bessunger Schule zu bringen oder sie von dort wieder abzuholen. Die Anwohner sind inzwischen selbst schon aktiv geworden und verteilen gelbe Zettel mit der Aufschrift: „Sie haben Glück! Heute rufen wir nicht die Polizei und den Abschleppdienst.“ Sie appellieren zugleich an die Autofahrer, beim nächsten Mal das absolute Halteverbot zu beachten.

Auch die Feuerwehr und Bürgermeister Reißer haben stets Hinweiszettel in ihren Fahrzeugen dabei. Auf dem rot umrahmten Zettel ist zu lesen: „Die Feuerwehr kann nicht warten! Achten Sie stets darauf, dass die Durchfahrt auch für Großfahrzeuge der Feuerwehr gewährleistet ist.“
Autofahrer werden aufgefordert, nie an engen Straßeneinmündungen und -kreuzungen, in Feuerwehranfahrtszonen sowie in oder vor Feuerwehrzufahrten zu parken. Der warnende Appell lautet: „Durch gedankenloses Parken werden die Einsatzfahrzeuge bei der Alarmfahrt behindert. Dadurch geht wertvolle Zeit für die Rettung von Menschenleben verloren!“

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