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Darmstadt Mehr als 3000 demonstrieren gegen AfD

2. UpdateTrotz Zwischenfällen hält die AfD ihre Wahlkampfveranstaltung in Darmstadt ab. Ihre Gegner sind zahlreich - und ziehen in einem Protestzug durch die Innenstadt.

Wahlkampf AfD
3000 Menschen demonstrieren in Darmstadt gegen die AfD. Foto: dpa

Mehr als 3000 Menschen haben am Mittwochabend in Darmstadt lautstark gegen eine Wahlkampfveranstaltung der AfD demonstriert. Zu der Demonstration vom Luisenplatz zur Orangerie, wo auch AfD-Bundessprecher Alexander Gauland auftrat, hatten mehrere Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Vereine und Initiativen aufgerufen.

Bei einem „Fest der Vielfalt“ im Orangeriegarten sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne): „Wir müssen uns argumentativ auseinandersetzen mit denen, die einfache Antworten haben; versuchen zu verstehen, dass manche Angst haben und denen widerstehen, die anderen Angst einjagen.“ Darmstadt stehe in der Tradition von Vielfalt, Toleranz und Solidarität. Partsch erinnerte auch an die Brandnacht von 1944, wo Darmstadt in Schutt und Asche gelegt wurde.

Für die AfD-Kundgebung in der Orangerie interessierten sich rund 400 Menschen. Im Saal kam es zu vereinzelten Protestrufen. Das Pfeifkonzert der Gegendemonstranten war bis in das Gebäude zu hören. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um einen friedlichen Ablauf sicherzustellen. 

Am Vortag hatten Unbekannte ein Fenster des Orangeriesaals eingeworfen und dort stinkende Buttersäure verbreitet. Auch Kreideschmierereien am Einfahrtstor und im Garten der Orangerie gab es. Bereits am Montag hatte es Farbschmierereien an der Mauer eines jüdischen Friedhofs sowie ein entrolltes Banner an einer Brücke gegeben. Diese Vorfälle stehen nach Erkenntnissen der Polizei ebenfalls mit der Veranstaltung im Zusammenhang.

Bei den Ermittlungen zu der Sachbeschädigung gebe es noch keine Ergebnisse, sagte eine Sprecherin der Ermittler.

Da kein Gesundheitsrisiko bestehe, gebe es keine Einschränkungen für das AfD-Treffen. Für die Sicherheit im Gebäude sei der Veranstalter zuständig. Die Polizei sei draußen vor Ort, um einen friedlichen Ablauf zu sichern.

Die Abreise einiger AfD-Anhänger gestaltete sich schwierig, weil sie durch ein Spalier von Gegendemonstranten hindurchlaufen mussten, die immer wieder lautstark „Haut ab! Haut ab!“ skandierten. Bis zum späten Abend schwenkten die Demonstranten im Garten der Orangerie eifrig ihre Fahnen, pfiffen mit ihren Trillerpfeifen und skandierten Parolen, um den in der Orangerie versammelten AfD-Mitgliedern und –Sympathisanten – bei denen es sich um deutlich mehr Männer als Frauen und um mehr ältere als jüngere Männer handelte – unmissverständlich deutlich zu machen, dass sie in der Stadt unerwünscht sind.

Im hinteren Teil des Gartens wurde beim „Fest der Vielfalt“ auf einer Bühne Musik gespielt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger – darunter viele junge Menschen sowie Familien – ließen sich auf der Wiese oder Bänken nieder, um der Musik zuzuhören oder sich entspannt zu unterhalten. Um für bessere Lichtverhältnisse zu sorgen und die Sicherheit im Garten zu gewährleisten, installierte die Polizei an der Orangerie einen Mast mit leistungsstarken Scheinwerfern.

Auseinandersetzung mit fünf Personen

Gegen 23 Uhr meldete die Polizei via Twitter, dass es im Nachgang zu den Veranstaltungen rund um die Orangerie vor einer nahegelegenen Gaststätte zu einer „Auseinandersetzung zwischen fünf Personen“ gekommen sei. Ob dabei Menschen verletzt oder festgenommen wurden und von wem die Auseinandersetzung ausging, teilte die Polizei zunächst nicht mit. Es wurde aber dazu aufgerufen, den Tag friedlich ausklingen zu lassen. Gegen 23:15 Uhr verabschiedete sich das Social Media-Team des Polizeipräsidiums Südhessen mit dem Satz, dass „alle ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen konnten“.

(mit PRNH/dpa)

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