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Darmstadt Kreuzzüge mit dem Handy

Bei den Game Days steht das Lernen mit Handys im Mittelpunkt.

10.05.2015 19:17

Zwei junge Männer gehen auf dem Marktplatz synchron einen Schritt nach vorne, schreiten zur Seite und nach hinten. Dabei schauen sie auf die Smartphones in ihren Händen. Der Tanz gehörte zur City-Rallye der Game Days 2015. Die ging am Samstag über Centralstation, Marktplatz bis ins „Multimedia Communications Lab“ der Technischen Universität in der Rundeturmstraße 10.

Spiele mit dem Handy machen Spaß, sie haben aber auch einen Mehrwert. Um den ging es bei den Game Days mit sogenannten Serious Games, ernsthaften Spielen. Die Station mit dem Tanz hieß „Dance with Alfred“, eine App, die Tanzschritte vorgibt und über den Bewegungssensor merkt, ob richtige Schritte gemacht wurden. Wo ist da das seriöse Spiel? „Das Spiel motiviert, sich mehr zu bewegen“, erklärte Informatiker Johannes Konert. „Dance with Alfred“ ist Teil eines von der EU geförderten Projekts für Seniorenspiele.

Bewegungsspiel für Senioren

Beim Spiel „Twostone“ liefen die Spieler mit den Handys über den Marktplatz und spielten „Pacman“ nach. „Mit Smartphones kriegt man viel mehr hin“, erklärten die „Twostone“-Entwickler Chris Michael und Tobias Welter den Vorteil dieser Geräte für Spiele. Zum Beispiel könne man mit den eingebauten Kameras die Umgebung ins Spielfeld einblenden und miteinbeziehen oder den Bewegungssensor mit dem GPS zu einem Bewegungsmesser machen.

Funktionieren Lernspiele, wenn die Spieler merken, dass es um Pädagogik geht? „Da gibt es zwei Lehrmeinungen“, sagte Johannes Konert. Die eine vertrete einen subversiven Ansatz, der versuche, den Lernaspekt den Spielern heimlich unterzujubeln. Er sei aber dafür, das Lernziel offen zu kommunizieren und mit einem Spiel zu verbinden, das man gerne spielt.

Die Game Days sind eine Veranstaltung der TU Darmstadt und des Hessischen Telemedia Technologie Kompetenz-Centers. Neben der Rallye gab es Workshops. Dozent Viktor Wendel wies darauf hin, dass es schon kommerziell erfolgreiche Computerspiele gebe, die ganz klar auf Spielspaß ausgerichtet seien, aber auch Wissen vermittelten.

„Assassin’s Creed hat wahnsinnig viele historische Details“, wies er auf ein Actionspiel hin, bei dem es um eine Verschwörung während des dritten Kreuzzugs geht. Wenn die Spieler wollten, könnten sie sich historisch korrekte Informationen zum Spiel anschauen, bekämen sie aber nicht aufgedrängt, erklärte Wendel. „So sollte es optimalerweise laufen. Man merkt gar nicht, dass man was lernt.“ (mawi)

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