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Darmstadt Innovativer Sozialwohnungsbau

Das Umweltministerium des Landes fördert eine Studie zur Reduzierung von Nebenkosten. In Darmstadt soll der Energieverbrauch neuer Wohnungen analysiert werden.

Monika Meyer und Priska Hinz
IWU-Geschäftsführerin Monika Meyer (li.) erläutert Ministerin Priska Hinz das Bauvorhaben. Foto: Carlo Wespe

Die Neue Wohnraumhilfe wird auf dem Lincoln-Areal, der ehemaligen Wohnsiedlung der amerikanischen Streitkräfte, mit dem „Passivhaus Sozial Plus“ ein innovatives Bau- und Wohnprojekt realisieren. An der Einsteinstraße sollen 42 Wohnungen für bis zu acht Personen in einem Bestandsgebäude und einem Neubau eingerichtet werden. Das gemeinnützige Unternehmen kann dabei auch auf Unterstützung des Landes und der Stadt Darmstadt setzen.

Von den rund 10,5 Millionen Euro Baukosten übernimmt das Land mit 6,2 Millionen Euro mehr als die Hälfte der Kosten. Das Bauvorhaben wird zudem vom Darmstädter Institut für Wohnen und Umwelt (IWU) wissenschaftlich begleitet. Hierfür stellt das hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz weitere 50 000 Euro zur Verfügung. 

Analysen und Untersuchungen stehen bevor

Nach Fertigstellung im nächsten Jahr sollen die beiden Gebäude über zwei Jahre detailliert analysiert werden. Nach den Worten von Marc Großklos und Christian von Malottki vom Institut für Wohnen und Umwelt werden neben den Energieverbräuchen auch das Nutzungsverhalten der Mieter in den Sozialwohnungen in den Blick genommen und überprüft werden, welchen Einfluss dies auf die Nebenkosten hat. Die Evaluation der Ergebnisse im bewohnten Zustand wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Vorgesehen ist nach Auskunft von IWU-Geschäftsführerin Monika Meyer auch eine sozialwissenschaftliche Untersuchung des Nutzerverhaltens und der Einstellung der Wohnungsnutzer zu energiesparendem Verhalten, dem Umgang mit besonderen Techniken im Gebäude sowie dem geplanten Abrechnungssytem.

Nach Angaben von Hessens Wohnungsbauministerin Priska Hinz (Grüne), die sich am Mittwoch über das Projekt informierte, verteuern sich nicht nur die Kaltmieten. Auch die Nebenkosten seien in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Gerade im sozialgeförderten Wohnungsbau müsse daher auf Energieeffizienz geachtet werden, sagte Hinz. 

Das IWU hat schon mit finanzieller Förderung des Ministeriums in einer Studie errechnet, wie die laufenden Betriebskosten in den geplanten Gebäuden durchschnittlich um mehr als 40 Prozent verringert werden können. Von durchschnittlich 3,59 Euro pro Quadratmeter und Monat soll das Nebenkostenbudget nur noch etwa 2 Euro betragen. Bei einer 70 Quadratmeterwohnung macht dies im Jahr eine Ersparnis von 1252 Euro aus. „Das ist sehr viel Geld für eine Familie mit geringem Einkommen“, sagte Ministerin Hinz. Durch den Passivhaus-Standard kann laut der Studie bei den Heizkosten eine Einsparung von mehr als 60 Prozent erreicht werden. 

Damit das Ziel von extrem niedrigen Nebenkosten erreicht wird, werden alle Wohnungen mit Energiesparleuchten, energieeffizienten Küchengeräten und stromlosen Trockenschränken ausgestattet. Außerdem ist vorgesehen, mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach Strom zu produzieren und das Dusch- und Regenwasser für die Toilettenspülungen zu nutzen. Den Mieterinnen und Mietern werden ferner  die Kosten für Strom und Wasser innerhalb einer Pauschale budgetiert. Der jeweilige Verbrauch soll über Monitore in jeder Wohnung angezeigt werden, so dass die Mieter immer wissen, wenn ihr Budget zu Ende geht.

Die 42 Wohnungen werden nach Angaben von Darmstadts Sozialdezernentin Barbara Akdeniz (Grüne) vom Amt für Wohnungswesen belegt. Auf einer Nachfrageliste der Stadt für Sozialwohnungen stehen laut Akdeniz derzeit 2700 Menschen. 

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