Lade Inhalte...

Darmstadt Hilfe für Angehörige von Menschen mit Behinderung

Neuer Ratgeber informiert über Anlaufstellen in Stadt und Kreis / Beratungsstelle zu Teilhabe gestartet

Beratung
Beratung von einem Experten (Symbolbild). Foto: Imago

Noch bevor Martha in den Kindergarten kam hatten ihre Eltern, das Gefühl, da stimmt etwas nicht. „Wir sind ein Jahr lang von Experte zu Experte in die falsche Richtung geschickt worden“, sagt ihre Mutter Hanne Laubinger. Drogenkonsum in der Schwangerschaft, falscher Erziehungsstil und vieles andere wurde ihnen unterstellt. Die Diagnose Autismus sei dann eine richtige Erleichterung gewesen.

Auch bei Luisa, die mit einer multiplen geistigen Behinderung auf die Welt kam, standen die Eltern erst einmal hilflos da. Es dauerte lange, bis sie die richtigen Anlaufstellen fanden, berichtet Mutter Marianne Koch. Damit es anderen Eltern besser ergeht, haben Laubinger und Koch mit zwei weiteren Müttern zusammen mit dem Verein Kinder und Jugendarbeit, welcher Träger der Schulsozialarbeit der Darmstädter Christoph-Graupner-Schule ist, einen Ratgeber zusammengestellt und jetzt veröffentlicht.

In dem über 60 Seiten starken Werk unter dem Titel „Ratgeber – in kluger Mission“ finden sich Informationen und Anlaufstellen zu wirtschaftlichen Fragen, Behörden, Sanitätshäusern, Ärzten, Pflegediensten und inklusiven Sportangeboten in Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg. Fragen zu Behindertenausweis, Beratungs- und Frühförderzentren, Selbsthilfegruppen und Eingliederungshilfen oder Unterstützender Kommunikation werden beantwortet.

„Es gibt zwar viele Hilfsangebote“, sagt Laubinger, doch oft wüssten nicht einmal Experten darüber Bescheid. Der Ratgeber stellt nun eine Sammlung des Wissens von verschiedenen Eltern behinderter Kinder dar und ist mit Absicht subjektiv gehalten, weil Ansprechpartner genannt werden, mit denen Eltern positive Erfahrungen gemacht haben.

150 Exemplare wurden jetzt mit finanzieller Unterstützung der Bürgerstiftung gedruckt und sollen bei Ärzten, Kindergärten und Behörden ausgelegt werden. Eine Weiterentwicklung ist laut Anne Korbach, Leiterin der Schulsozialarbeit, denkbar. Eventuell könnte der Verein „Gleich X anders“ die künftige Pflege übernehmen, sagte sie bei der Präsentation. Dieser von Eltern behinderter Kinder gegründete Verein hat jetzt außerdem erstmals in Darmstadt eine Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) ins Leben gerufen. Derzeit suche man noch nach Räumen, sagte Marianne Koch.

Die seit 1. März bestehende Beratungsstelle wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert mit drei Stellen für drei Jahre finanziert. Das Besondere: Als Berater fungieren Menschen mit Behinderung oder deren Angehörige. Bundesweit sollen ab diesem Jahr 400 solcher Fachstellen entstehen.

Lesen Sie weitere Berichte aus Darmstadt

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen