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Darmstadt Für jedes Haus ein Elektroauto

In der Lincolnsiedlung geht es mit großen Schritten voran. Seit Jahresbeginn wurden gerade weitere sechs Blocks vermietet. Nun hat die Stadt ihr Mobilitätskonzept für das Quartier vorgestellt. Dazu gehören Elektroautos für die Mieter, die der Bauverein stellt.

25.02.2016 18:55
An der Strom-Zapfsäule in der Darmstädter Lincolnsiedlung.

Die Fahrzeuge des Herstellers Renault symbolisieren die Verkehrspolitik von Grünen und CDU, wie sie Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) bei einem Termin in der Siedlung skizzierte. „Darmstadt“, so Partsch, „verfügt über 75 000 Wohnungen, und hier sind rund 75 000 Privatautos zugelassen. Wenn wir in den kommenden vier Jahren 10 000 neue Wohnungen bauen, dann ist klar, dass nicht auch weitere 10 000 private Autos hinzukommen können.“ Die Alternative sieht Partsch nicht nur in der stärkeren Nutzung von Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr. „Wir alle sind vom Auto abhängig“, sagte der Oberbürgermeister. „Aber es geht darum, damit klüger umzugehen.“

Wie, das soll nun die Lincolnsiedlung in einer Art Pilotprojekt zeigen. So stellt der Bauverein pro Wohnblock ein Elektroauto zur Verfügung, das von allen Mietern gebucht werden kann – ein App-Klick genügt. Das Angebot ist Teil des Mietvertrags; sechzehn Stunden im Monat sind kostenlos, wobei der Wagen bis zu vier Stunden am Stück in Anspruch genommen werden kann.

Zwischen den Wohnblocks – gerade ist eine Reihe von ihnen entlang der Heidelberger Straße fertig geworden und leuchtet in Farben wie Zitronengelb, Orange, Teichblau – sind Zapfsäulen montiert, wo die Wagen Strom ziehen können. „Eine Stunde Laden reicht für 130 Kilometer Fahren“, sagt Oliver H. Leicht von der Firma Solar-Parker, die das E-Car-Sharing im Auftrag des Bauvereins organisiert.

Drei weitere Stromzapfsäulen wird es an der Mobilitätszentrale in der Mitte der Lincolnsiedlung geben – derzeit ein provisorisch hergerichteter Pavillon. Hier können Mieter ihr individuelles Bewegungsprofil erstellen lassen – welche Verkehrsmittel nutzen sie wann zu welchem Zweck? – und bekommen Alternativen aufgezeigt. Doch auch die Investoren, die den Zuschlag bei der weiteren Bebauung des Quartiers erhalten, können sich hier beraten lassen, um Mobilitätsfragen bereits früh in ihre Planungen einbeziehen zu können.

Deshalb wird es an der Mobilitätszentrale auch E-Bikes und Lastenfahrräder zur Ausleihe geben, etwa um in den nahgelegenen Supermärkten „auch mal einen Kasten Wasser mitzunehmen“, wie es im Stadtplanungsamt heißt. Neben den elektrischen Mieterautos soll auch übliches Car-Sharing helfen, den Bedarf an Stellplätzen zu verbrauchen.

In diesem Sinne könne die Lincolnsiedlung vorbildlich sein auch für andere Teile der Stadt – „man stelle sich das mal im Martins- oder Johannesviertel vor. Der Parkdruck sinkt und die Luft wird sauberer. E-Car-Sharing als ein Baustein im städtischen „Mobilitätsmanagement“ trage dazu bei, dem Luftreinhalteplan für Darmstadt zu entsprechen, warb Partsch für das ambitionierte Konzept. Deshalb würden in den nächsten Monaten acht bis zehn öffentliche Stromtankstellen eingerichtet, unter anderem in der Schulstraße. ers

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