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Darmstadt Die ganze Stadt ein Gewächshaus

Die Initiative „Essbares Darmstadt“ will für mehr Grün sorgen nach Andernacher Vorbild - und setzt dabei auf die Unterstützung der Stadt.

13.06.2016 18:49
Anna Arnold, Heike Boomgaarden und Dieter Krellmann bringen Grün in die Höfe. Foto: Claus Völker

In der Darmstädter Gardistenstraße ranken Rosen und Clematis an Hausfassaden, in der Parcusstraße wurden Nachbarschaftsbeete angelegt und am Herrngartencafé ein vertikaler Garten installiert – Beispiele dafür, dass auch in Darmstadt das „Urban Gardening“ Fuß gefasst hat. Um allen in Sachen Stadtgrün Engagierten eine Plattform zu bieten, hat sich jetzt die „Initiative Essbares Darmstadt“ gegründet. Deren Ziel lautet: Darmstadt soll – nach dem Vorbild von „Essbares Andernach“ – grüner und lebendiger werden.

Frei verfügbare Nahrung auf öffentlichen Grünflächen

„Wir sehen Darmstadt als Gewächshaus, in dem Menschen daran interessiert sind, ihr direktes Umfeld zu gestalten“, sagt Dieter Krellmann. Er vermarktet und vertreibt eine Gartenerde und hat viele Initiativen von Stadtgärtnern unterstützt, darunter den Aufbau von Hochbeeten am Osthang der Mathildenhöhe. Er gehört ebenso zu den Initiatoren der Initiative „Essbares Darmstadt“ wie der Verein „Urban Garden Darmstadt“, die Kulturwirtschaft GmbH und die Central GmbH. Schirmherrin ist Heike Boomgaarden. Die Gartenbau-Ingenieurin hatte „Essbares Andernach“ mitinitiiert.

Um Grünflächen für die Bürger mit allen Sinnen erlebbar zu machen, verfolgt die rheinlandpfälzische Stadt Andernach mit 30 000 Einwohnern seit Jahren das Projekt „Essbares Andernach“. Im Stadtgebiet wurden Brachen und öffentliche Grünflächen zum Anbau von frei verfügbaren Nahrungsmitteln, aber auch für die Tierhaltung umgestaltet unter Beteiligung der Bürger. Das Projekt hat für die Stadtgesellschaft einen stark integrativen Charakter. „Essbares Andernach“ hat sich zum Touristenmagneten entwickelt und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Das Prinzip der „Essbaren Stadt“ sei denkbar einfach, sagt sie: „Es geht darum, seine Stadt so zu gestalten, dass man sich wohlfühlt.“ Durch den Umgang mit Pflanzen könne man zudem viele Themen – vom Klimawandel bis hin zu Inklusion und Integration – verbinden. Als bereits realisierte Beispiele nennen die Initiatoren auch die Saisongärten auf dem Oberfeld und den Nachbarschaftsgarten am Faselstall. Sie betonen zugleich, man wolle kein „Guerilla-Gardening“. „Wir streben ein abgestimmtes Handeln an.“

Dass die Initiatoren von „Essbares Darmstadt“ auf die Unterstützung der Stadt setzen, macht Anna Arnold von „Urban Garden Darmstadt“ deutlich: „Wir brauchen den Schulterschluss von Stadt, Politik, Bürgern und Initiativen. Erste Ansätze der Zusammenarbeit – Erlaubnis zum Aufstellen von Hochbeeten, Unterstützung bei der Bewässerung, finanzielle Zuschüsse – gebe es bereits. Sie kann sich vorstellen, dass ein Baukastensystem entwickelt wird, mit dem die Stadt diejenigen unterstützt, die die Begrünung ihres Umfelds selbst in die Hand nehmen wollen. Als Beispiele hierfür nannte sie Bodenprobenanalysen, Car-Sharing-Angebote für Materialtransporte sowie Beratung. (wka)

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