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Darmstadt Das „Hexagon“ am Friedensplatz wird renoviert

Das Institut für Neue Technische Form könnte in das frühere „Waben“ umziehen. Im Stadtparlament gab es über den Baustil des Gebäudes eine angeregte Debatte.

Darmstadt
Sanierungsfall: der Waben-Bau vor dem Landesmuseum. Foto: J. Joachim

Im Zuge der schon begonnenen Neugestaltung des Friedensplatzes lässt die Stadt derzeit auch das verschachtelte Gebäude „Hexagon“ renovieren. Das Bauwerk, in dem sich bis Mitte 2011 die Gaststätte „Das Waben“, eine Diskothek und zuletzt die Café-Bar „Viva El Sol“ befand, liegt an einer ortsbildprägenden Stelle in der Darmstädter Innenstadt – direkt gegenüber dem Haupteingang des Landesmuseums.

Derzeit sind in dem sechseckigen Gebäude mehrere Handwerker tätig: Auf dem abgeklebten Fußboden haben Mitarbeiter einer Darmstädter Putz-, Maler- und Tapezierfirma Farbeimer und Malerutensilien abgestellt. Auch Elektroinstallateure haben in den vergangenen Tagen in dem Gebäude gearbeitet. Nach Angaben von Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) hat die Stadt das auffällige Gebäude gekauft und lässt es nun renovieren. Derzeit gibt es nach Auskunft des OB Überlegungen, in dem Bau das Institut für Neue Technische Form (Intef) unterzubringen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, sagte gestern der stellvertretende Stadtsprecher Daniel Klose auf Anfrage der FR.

Das Intef ist derzeit ebenfalls am Friedensplatz, in einem historischen Gebäude, den „Langen Bäuchen“, untergebracht. Dort wird jedoch, wie berichtet, der hessische Landesverband der deutschen Sinti und Roma eine Dauerausstellung einrichten, um deren Verfolgung während der Zeit des Nationalsozialismus und ihre bis heute andauernde Stigmatisierung darzustellen. Das Intef ist 1952 von Prinz Ludwig von Hessen und bei Rhein und der Stadt Darmstadt als erstes deutsches Designinstitut gegründet worden. Die Stadt wollte auf diese Weise gute Industrieerzeugnisse fördern und diese Aufgabe in ihre allgemeinen kulturellen Aktivitäten einbinden. „Wir sitzen schon auf gepackten Kisten“, sagte am Mittwoch Klaus Crößmann vom Intef der FR.

In der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments kam es zu einer angeregten Debatte über den Baustil des Hexagons. Während der SPD-Stadtverordnete Tim Huss davon sprach, dass die Stadt mit dem „Erbe des Bauhauses behutsam umgehen“ solle, entgegnete OB Partsch, man solle den Bau „nicht zur Bauhaus-Ikone hochstilisieren“. Die Stadt habe „das Elend der merkwürdigen Gastronomie beendet“ und bereite nun eine „dauerhafte kulturelle Nutzung des Gebäudes vor“. Und auch Bau- und Planungsdezernentin Barbara Bocek (Grüne) sagte mit Nachdruck, das Hexagon sei „nicht aus dem Bauhaus-Stil abzuleiten“. Bei Enthaltung der Linken stimmte das Stadtparlament der geplanten Neugestaltung des Friedensplatzes inklusive der Herstellung eines Eingangsbauwerks zu. Die Stadt rechnet derzeit mit 5,7 Millionen Euro an Baukosten.

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