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Darmstadt Bahn zur Lichtwiese umstritten

Für die TU ist das Millionenprojekt weiterhin „zwingend erforderlich“. TU-Kanzler Efinger erläutert bei der Informationsveranstaltung warum die Straßenbahnlinie auf die Lichtwiese zwingend erforderlich ist.

29.11.2015 17:53
Eine Bahntrasse soll TU und Innenstadt verbinden. Foto: Guido Schiek

Zwischen „längst überfällig“ und „entschieden dagegen“ lagen die Reaktionen bei der Bürgerinformationsveranstaltung zur Lichtwiesenstraßenbahn im TU-Medienzentrum auf dem Campus Lichtwiese.

Zunächst erläuterte TU-Kanzler Manfred Efinger den rund 160 Besuchern der Informationsveranstaltung zur Straßenbahnlinie auf die Lichtwiese, dass die TU den Ausbau zwischen Nieder-Ramstädter Straße und TU-Medienzentrum für „zwingend erforderlich“ hält. „Heute arbeiten und studieren 10 000 Personen am Campus Lichtwiese“, sagte Efinger, rund 2000 seien TU-Mitarbeiter. Busse seien „übervoll“ und die Straßenbahnhaltestelle „Hochschulstadion“ bei der Jahnstraße sei nach den üblichen Regularien für Haltestellendistanzen mit 300 Meter zu weit weg.

Vom Halt Hochschulstadion sind es etwa 650 Meter bis zum Fachbereich Architektur, 925 Meter bis zum Bauingenieurwesen, 950 Meter bis zur Chemie oder zur Mensa, 1100 Meter zum Medienzentrum und 1250 Meter bis zum Fachbereich Maschinenbau.

Doch es gehe um mehr als eine 1,3 Kilometer lange Bahntrasse entlang des Lichtwiesenwegs und eine Wendeschleife neben dem Medienzentrum, führte Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke (parteilos) aus. Über die Haltestelle bei der Kletterhalle werde das Böllenfalltorstadion von Norden her angedient, parallel die Nieder-Ramstädter-Straße zwischen Böllenfalltor und Lichtwiesenweg umgestaltet. „Wir werden da auch ein Beteiligungsverfahren anbieten“, versprach sie.

Heag-Mobilo-Geschäftsführer Matthias Kalbfuss schloss aus, noch weitere Busse zur Lichtwiese zu schicken. Durchs Woogsviertel fahre zwischen 6 Uhr und 21 Uhr im Schnitt alle vier Minuten ein Bus, so Kalbfuss, trotzdem beschwerten sich Anwohner, dass sie im Bus keinen Platz fänden. Die Erfahrungen mit Straßenbahnlinien seien positiv, sagte Kalbfuss, Erweiterungen des Straßenbahnnetzes hätten „einen deutlichen Fahrgastzuwachs“ gebracht.

Ein Bürger hielt den Aufwand einer neuen Gleisverbindung für zu hoch. Er plädierte für Shuttlebusse ab der Jahnstraße und die Anbindung des Bahnhofs Lichtwiese vom Hauptbahnhof aus. Er sah auch die Abzweigung an der Nieder-Ramstädter-Straße kritisch: die abbiegenden Bahnen stoppten den Verkehr.

Als der Hinweis kam, dass die Studierenden doch von der Jahnstraße zur Lichtwiese laufen könnten, wurde der Kanzler etwas ärgerlich. Die Richtlinien für Haltestellenentfernungen würden für alle Bürger gelten und damit auch für Studierende.

Schönrechnerei kritisiert

Eva Nehmzow, die eine Online-Petition gegen die Lichtwiesenbahn gestartet hatte, vermutete wie andere Teilnehmer, dass die Machbarkeitsstudie „schöngerechnet“ sei, um den Landeszuschuss zu bekommen. Die Studie stammt vom Zentrum für integrierte Verkehrssysteme (ZIV). Nehmzow wies darauf hin, dass der TU-Professor Manfred Boltze wissenschaftlicher ZIV-Berater sei. Der Bauingenieur leitet das TU-Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrstechnik.

ZIV und TU hätten rechtlich nichts miteinander zu tun entgegnete Efinger. „Das Land hat auch kein Geld zu verschwenden“, entgegnete Baudezernentin Zuschke: Landesbehörden prüften Gutachten und Berechnungen nach.

Bernd Rohrmann, Vorsitzender des Dadina-Fahrgastbeirats, regte schließlich an, die Trasse bis zum Haltepunkt der Odenwaldbahn zu bauen. Auch Cornelia Zuschke erklärte, dass sie das für sinnvoll halte, dann aber Kosten und Nutzen nicht mehr im Verhältnis stünden. In der Machbarkeitsstudie war das Fahrgastpotenzial für diese Variante doch als sehr gering eingeschätzt worden. (mawi)

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