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Darmstadt Asbest in Altbauten

IG Bau fordert Unterstützung für Sanierung. 7000 Gebäude sind in Darmstadt zwischen 1960 und 1979 entstanden.

Es steckt in Böden, Dächern, Wänden und ist in Darmstadt auch nach Jahrzehnten noch eine Gefahr: Asbest. Die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) will das Material möglichst rasch aus dem Verkehr ziehen und fordert hierfür mehr staatliche Förderung. „Wir brauchen eine Sanierungs- und Abwrackprämie für Asbest“, fordert Bezirkschefin Carla Rodrigues in einer Pressemitteilung.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes entstanden in Darmstadt allein zwischen 1960 und 1979 – in der Hochphase der Asbest-Zeit – rund 7000 Wohngebäude, teilt die IG Bau mit. „Ein Großteil davon dürfte immer noch mit dem Baustoff belastet sein“, schätzt die Gewerkschafterin. Zwar sei der Bau mit Asbestfaser seit 1993 verboten. Risiken berge allerdings der heimische Altbaubestand. „Hausbesitzer schrecken bislang oft vor den hohen Kosten der Entsorgung zurück. Damit bleibt das Problem auch 30 Jahre nach dem Asbest-Boom aktuell“, sagt Rodrigues.

Die Spätfolgen seien bis heute spürbar: „Das Einatmen von Asbeststaub kann zu Asbestose, Lungen- oder Kehlkopfkrebs führen.“ Laut Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) erkranken im Zusammenhang mit Asbest jedes Jahr fast 4000 Menschen.

Das Material findet sich dabei nicht nur unter Linoleum-Böden und auf dem Schuppendach, sondern etwa auch unter älteren Fliesen, in Nachtspeicheröfen oder im Wandputz.

„Wer sich für eine Sanierung entscheidet, kann zwar Fördermittel bekommen. Doch auf der teuren Asbest-Entsorgung bleibt der Hausbesitzer meist sitzen. Hier können schnell ein paar Tausend Euro zusammenkommen“, so Rodrigues.Die Folge laut IG Bau: Das Material bleibe oft an der alten Stelle im Haus. Wenn saniert werde, lande es manchmal sogar im Hausmüll.

Rodrigues: „Mit einer Abwrackprämie kann die Politik einen direkten Beitrag für mehr Gesundheitsschutz leisten. Davon würden in Darmstadt Hausbesitzer, Mieter und Bauarbeiter gleichermaßen profitieren.“ Per Zuschuss könnte Hauseigentümern ein Großteil der Entsorgungskosten erstattet werden. laf

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