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Darmstadt 300 Kiefern für den Westwald

Mitglieder von Grünen und CDU wollen mit der Pflanzung von 300 Kiefern ein Zeichen setzen. Begleitet wird ihr Tun von Mitgliedern der Westwald-Allianz, die am Rande stehen und diese Initiative kritisch beäugen.

01.11.2015 18:57
Hartmut Müller (links) und Michael Göbel erklären, wie gepflanzt werden soll. Foto: Claus Völker

Dreihundert kleine Kiefernbäumchen haben – auf Initiative der Schwarz-Grünen Koalition – ehrenamtliche Magistrats- wie Parteimitglieder und deren Kinder im Stadtwald gepflanzt. Rund zwei Dutzend Helfer kamen am Samstag am Waldfriedhof zusammen.

Ausgestattet mit Schippen und Spaten freuen sich vor allem die Kinder an diesem Tag auf den gemeinsamen Arbeitseinsatz unter freiem Himmel. Rund einen Kilometer marschieren sie zunächst durch den Stadtwald, um an die gewünschte Stelle zwischen Waldfriedhof und Dornheimer Weg zu gelangen. Dort blicken sie auf ein weites Feld, „eine Fläche von fünf Hektar“, wie der zuständige Revierleiter Michael Göbel sagt, auf der in den vergangenen Jahren bereits rund 40 000 Kiefern gepflanzt worden sind.

Rote und grüne Spaten stehen für die fleißigen Helfer parat, die kleinen Kieferchen liegen bereit. Doch bevor zupackende Pflanzteams gebildet werden, erläutern Michael Göbel und Forstamtsleiter Hartmut Müller die Situation dieses Waldstücks, wo peu à peu nachgebessert wird.

„Im Jahr 2011 war hier noch ein Buchenwald“, erklärt Müller, doch die Laubbäume seien „komplett kaputt“ gewesen. Sie wurden gerodet, man nahm Reparaturmaßnahmen mit dem Mähgerät gegen das Filz ausbildende Gras vor, begann schließlich mit der Neuanpflanzung. Hier soll sich ein Hochwald entwickeln.

Kritik von Westwald-Allianz

Doch zunächst erinnert alles noch an eine Lichtung, wo zweijährige Kiefernbäumchen ihre immergrünen Nadelblätter „wie Hasenohren“, so Müller, in die Höhe strecken. Am Rande dieser Lichtung sieht man aber schon höhere, prächtigere Kiefern, in denen sich auch Traubenkirschbäume wohlfühlen.

Doch nicht alleine Kiefern würden forstlich kultiviert, erklärt Göbel, sondern auch Hainbuchen, Linden und Eichen. Typisch für den Darmstädter Westen sei der sandige Boden, auf dem Kiefern besonders gut gedeihen. „Der Stadtwald leistet eine Menge für uns Bürger“, betont Hartmut Müller, der neben der Holznutzung auch die Filterleistung für die Qualität des Grundwassers hervorhebt. Rundherum sei der Wald zerschnitten: „Sie hören ja selbst von überall her die Geräusche.“

Die Stadt Darmstadt investiere in den „defizitären Wald“, darüber freut sich Hildegard Förster-Heldmann, die, wie auch Daniela Wagner, zum Spaten greift. Auch die siebenjährige Annika und ihr kleiner Bruder Philipp schreiten zur Tat. Sie schauen ihrem Papa, dem CDU-Stadtverordneten Peter Franz, beim beschwerlichen Löcherausheben zu. „Wir haben zwölf Pflanzen“, erklärt Annika, die stolz einen Büschel Kiefern in die Luft hebt.

„Bitte die Wurzeln nach unten“, ruft Hartmut Müller spaßeshalber in die Runde. „Grün nach oben“, schiebt Doris Fröhlich von den Grünen nach. Mehr und mehr verlaufen sich die einzelnen Helfer auf dem riesengroßen Areal.

Begleitet wird ihr Tun von Mitgliedern der Westwald-Allianz, die am Rande stehen und diese Initiative kritisch beäugen: „Es geht nicht“, sagt Werner Krone, „dass man auf der einen Seite Bäume pflanzt, auf der anderen eine so genannte Erschließungsstraße zum Gewerbegebiet Süd-West miten durch den Wald ziehen will.“

Das sieht Franz Hierer genauso, der zusammen mit Werner Krone ein Banner trägt, auf dem steht: „Kein Wachstum erkaufen durch Umweltzerstörung. Keine Straße durch den Westwald.“ Michael Weintke und noch ein paar andere sind ebenfalls ziemlich empört. Sie sagen: „Drüben bei der Esoc werden massiv Bäume gefällt, trotz Brut- und Setzzeiten.“ (eda)

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