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Büttelborn Erster Spargel auf dem Tisch

Im Restaurant und Hofladen von Familie Melchior beginnt die Spargelsaison. Stammgäste kommen zur Spargelsaison aus Frankfurt, Wiesbaden oder aus dem Odenwald.

08.04.2016 20:09
Es gibt wieder Spargel. Foto: Alexander Heimann

In der Gaststätte „Asparagus“ in Büttelborn kommt an diesem Wochenende der erste Spargel des Jahres auf den Tisch. Zehn Hektar Spargelacker werden von Familie Melchior jährlich abgeerntet, vermarktet wird das Stangengemüse über Hofladenverkauf und Restaurant.

Längst hat der Koch des Hauses mit Chef Bernd Melchior die Speisekarte der Saison fertiggestellt, freut sich, den Gästen in den kommenden Wochen feine Spargelgerichte mit Koch- und Räucherschinken, mit Stielkotelett, Schnitzel oder Putensteak zu servieren. Freilich geht’s auch vegetarisch lecker zu – von Spargelsalat bis Pasta mit Spargel. Auch „all you-can-eat“-Angebote gibt es, bei denen so viel Spargel nachgenommen werden kann, wie der Magen es verträgt.

Von April bis Ende Juni ist bei Melchiors Spargelsaison, hat sich das Gasthaus doch seit 2006 primär als Spargelrestaurant etabliert. Im Herbst und Winter ist freitags geöffnet: Mit 180 Sorten und Barbecue lockt die Whiskey-Bar. „Ich bin Irland-Fan“, sagt Bernd Melchior.

In vierter Generation

Stammgäste kommen zur Spargelsaison aus Frankfurt, Wiesbaden oder aus dem Odenwald – „manchmal könnte man meinen, die Wenigsten sind Büttelborner“, berichtet der Wirt und Spargelbauer lachend. Wiewohl man die Familie im Ort in vierter Generation kennt: „Mein Urgroßvater war Philipp Johann Görlich. Er heiratete Sophie Stork“, blickt Melchior in den Familienstammbaum und holt eine gerahmte Fotografie von 1930 hervor, die das Großelternpaar auf dem Acker beim Spargelstechen zeigt. Helmut Melchior heiratete die Tochter des Paars namens Anneliese. „Meine Eltern“, erklärt Bernd Melchior. Die Mutter lebt nicht mehr, der Vater wohnt mit auf dem Hof, 84 Jahre ist er alt.

Die Gaststätte „Asparagus“ sowie der 1986 eröffnete Hofladen und auch das Wohnhaus der Melchiors liegen im Büttelborner Gewerbegebiet am Hessenring. Eine eher unwirtliche Gegend. Freilich war das nicht immer so. „Die Landwirtschaft meiner Eltern war früher in einem alten Fachwerkhaus in der Ortsmitte.“ Dort ist jetzt ein griechisches Restaurant. „Wo gespeist wird, war die Wohnstube. Da hab ich gespielt“, erinnert sich Bernd Melchior. Wie andere Bauern auch, sind die Eltern Helmut und Anneliese Melchior 1979 auf den Aussiedlerhof gezogen. „Damals gab’s das Gewerbegebiet noch nicht. Hier war Idylle pur, alles ruhig“, erzählt der Spargelbauer.

Anbau auf zehn Hektar

Zehn Hektar Land beackert Melchior mit seinen Erntehelfern heute. Im Februar hat er schon die Dämme gezogen und mit Folien bedeckt. „Zehn Hektar sind nicht viel – zum Vergleich: Lipp in Weiterstadt hat geschätzte 300 Hektar.“ Dennoch: Lieber wenig, aber brillant, lautet die Devise des Spargelbauern und Gastwirts.

Im Restaurant ist neben dem Personal maßgeblich Vesna Melchior eine charmante, warmherzige Gastgeberin, die beim Bedienen im Restaurant sowie auf der Hofterrasse anzutreffen ist und für jeden Gast ein freundliches Wort hat.

„Als Studentin habe ich in der Büttelborner Wirtschaft ,Zur Krone‘ gejobbt, und sechs Wochen lang saß Bernd abends an der Theke und sah nur mich – sonst nichts“, erzählt sie heiter. Dennoch machte die junge Frau zunächst ihr Diplom in Biochemie, bevor sie 1986 ihrem Bernd das Ja-Wort gab und ein neues Leben begann.

Im gleichen Jahr wie das Restaurant eröffnete die Familie den Hofladen. „Mit Bernds Großmutter habe ich noch Spargel gestochen, als sie 72 Jahre alt war“, sagt Vesna Melchior und schaut erneut auf das alte Foto. Zwischen April und Ende Juni haben die Melchiors täglich geöffnet – „Kein Ruhetag während der Saison“, betont Vesna Melchior. (lot)

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