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Bildhauer Detlef Kraft Losgelöst, spontan und schnell

In der Galerie Trigon beweist Bildhauer Detlef Kraft, dass es nicht immer Tierplastiken sein müssen. Eigentlich arbeitet der Perfektionist jahrelang an seinen Werken. Nun zeigt er seine "schnellen" Arbeiten.

18.03.2009 00:03
ASTRID LUDWIG
In der Galerie Trigon zeigt Bildhauer Detlef Kraft, dass es nicht immer Tierplastiken sein müssen. Foto: Diana Djeddi/FR

Detlef Kraft ist ein Perfektionist. An seinen Tierplastiken oder Porträts arbeitet er oft jahrelang, bis ihn alle Details zufriedenstellen. "Irgendwann hatte ich das Gefühl, die Zeit läuft mir davon", sagt er. Seine gegenständlichen Arbeiten haben den in Darmstadt lebenden Bildhauer bekannt gemacht und ihm viele Preise eingebracht. In der Galerie "Trigon" in Eberstadt zeigt der 58-Jährige jetzt erstmals seine, wie er es nennt, "zweite Werklinie". Arbeiten, die spontaner, schneller und manchmal aus Zufällen heraus entstanden sind. "Das musste ich mich erst trauen", räumt er ein.

Premiere haben nicht nur die so entworfenen Plastiken, sondern auch Bilder und Collagen. "Ich bin kein Fachidiot", sagt Kraft in seinem berlinerischen Singsang. Er ist stolz darauf, "nicht immer nur Varianten des immergleichen Themas zu produzieren".

Verarbeitet hat der Darmstädter, der schon in New York und Wien ausgestellt hat, in seiner zweiten Werklinie alles, was ihm in seinem Atelier oder in der Umgebung unter die Finger kam. Recycling betitelt er das. Darunter Marmorreste, die er mit Polyester übermodelliert und schwarz eingefärbt hat. Auch aus alten Fahrradsätteln, Holzhobeln oder Fragmenten von Getränkekisten entstanden Kleinplastiken.

Ungewöhnlich auch seine Bilder: Lederreste oder alte Nägel hat Kraft auf Holzplatten übereinander geschichtet und mit Farbe angemalt, sodass sie fast schon wieder aussehen wie dreidimensionale Skulpturen. Dabei erzielt er räumliche Effekte, und je nach Abstand vom Objekt entsteht ein anderes Bild. "Ich habe bewusst alles Gegenständliche herausgelassen", sagt er. Das Material steht im Vordergrund. An seinen Tierplastiken arbeitet er auch weiterhin, doch es ist "befreiend, auch mal so losgelöst zu arbeiten".

Galeristin Karin Feuchtinger, Ehefrau des grünen Umweltdezernenten der Stadt, stellt zweimal im Jahr die Werke von Künstlern in ihrem Haus und Wohnzimmer aus. "Ich nehme nur Arbeiten, die mir auch persönlich gefallen", sagt Feuchtinger. Jeweils mittwochs öffnet sie dann die Türen zu ihren Privaträumen. Ihre Teilzeit-Galerie existiert seit 1991. In früheren Jahren hat die Innenarchitektin auch schon Bilder der früheren Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Ruth Wagner (FDP), ausgestellt.

Detlef Kraft, Skulpturen und Bilder,

Galerie Trigon, Sophienstraße 12, in Darmstadt-Eberstadt. Öffnungszeiten bis 1. April jeweils mittwochs, 16 bis 20 Uhr, oder nach Vereinbarung unter Telefonnummer 06151 / 537 239.

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