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Baustelle 95 Meter in zwei Jahren

Für 13,5 Millionen Euro wird am Rheinstraßen-Zubringer A672 eine neue Brücke über die Autobahn 5 gebaut. Der Verkehr soll in der zweijährigen Bauzeit kaum beeinträchtigt werden, verspricht der Projektleiter.

22.08.2012 23:12
Aufwendige Bauarbeiten kündigen sich an. Foto: Roman Grösser

Wer bei Darmstadt von Norden kommend von der Autobahn ?5 auf den Rheinstraßen-Zubringer A?672 abzweigt, sieht in der Abfahrtschleife bereits die Vorboten größerer Bauarbeiten am Autobahndreieck: Die Fläche innerhalb des sogenannten Ohrs wurde gerodet, planiert und geschottert, Baufahrzeuge stehen bereit. In dieser Woche haben offiziell die Vorbereitungsarbeiten für die Erneuerung der dortigen Brücke begonnen.

Über 40 Jahre nach der Errichtung ist das Betonbauwerk sanierungsbedürftig, wie viele andere Autobahnbrücken aus den 60er und 70er Jahren. Hessen Mobil – die ehemalige Hessische Straßen- und Verkehrsverwaltung – hat sich in diesem Fall für einen Neubau entschieden, um bei der Gelegenheit die Voraussetzungen für einen langfristig vorgesehenen Komplettumbau des Autobahnknotens zwischen Darmstadt und Griesheim zu schaffen.

Beim alten Bauwerk handelt es sich um eine sogenannte Dreifelderbrücke, erläutert Projektleiter Rudolf Klimes: Zwei Stützen unterteilen sie in drei freitragende Abschnitte. Künftig wird es eine Zweifelderbrücke mit nur noch einer Stütze geben. Dabei wird die Gesamtlänge von 65 auf 95 Meter wachsen, um unten mehr Raum für Autobahn-Fahrspuren zu schaffen.

Wegen der deutlich größeren Spannweite muss die Brücke stärker gebaut werden. „Wir können jedoch nicht nach unten gehen, schließlich muss die lichte Durchfahrtshöhe von 4,70 Meter erhalten bleiben“, erklärt Klimes. Also wird die Fahrbahn der A?672 künftig rund 80 Zentimeter höher verlaufen. So müssen auch die Zufahrtsrampen auf beiden Seiten jeweils auf 300 bis 400 Meter Länge sanft angehoben werden. Die Brückenbauer haben den Ehrgeiz, den Verkehr während der rund zweijährigen Bauzeit nur minimal zu beeinträchtigen. „Eine Herausforderung“, sagt Klimes.

Der reine Brückenbau erfolgt in zwei Phasen: Vom kommenden Oktober bis Juni nächsten Jahres entsteht eine halbe Brücke an der Südseite des bisherigen Bauwerks. Ab Oktober 2013 wird der Verkehr auf verengten Fahrspuren darüber geleitet. Dann wird umgehend die alte Brücke abgerissen – zu diesem Zweck soll für ein Wochenende die A?5 gesperrt werden. Der Bau der nördlichen neuen Brückenhälfte erfolgt dann wieder bei fließendem Verkehr. „Wir werden auf der A?5 nie Fahrspuren wegnehmen“, verspricht der Projektleiter. „Spuren werden lediglich verengt und verlagert, wenn wir die Stütze bauen.“

Die Bauweise bringt es mit sich, dass die neue Brücke um zehn bis 15 Meter nach Süden wandert. Deswegen müssen auch die Ausfahrt-Ohren verlegt werden, was aber überwiegend bei fließendem Verkehr und innerhalb des Hessen-Mobil-Grundstücks möglich sein soll.

Ganz ohne Sperrungen geht es jedoch nicht ab: Etwa um die Jahreswende wird die Ausfahrt von Süden kommend Richtung Darmstadt für einige Monate nicht benutzbar sein, ein Jahr später die Auffahrt von Darmstadt auf die A?5 in Südrichtung. Umleitungen gibt es jeweils über die A?67. Im November 2014 sollen die Arbeiten an der Brücke abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Hessen Mobil auf rund 13,5 Millionen Euro.

Bei dieser Baumaßnahme bleibt es nicht an der A?5. Im November beginne die Erneuerung der Rheinstraßen-Brücke, über die die B26 Richtung Griesheim verläuft, kündigt Klimes an. Weil hier auch die Straßenbahn verkehrt, sollen zunächst gleich zwei Behelfsbrücken über die Autobahn errichtet werden, ehe die alte Brücke abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird.

Wenige Kilometer südöstlich wird seit dieser Woche außerdem die marode Brücke der Landesstraße zwischen Darmstadt und Eschollbrücken saniert. Diese Maßnahme kostet knapp eine Million Euro. (bad.)

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