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Ausstellung Mutig gegen die Nazis

Den Einsatz des Arheilger Pfarrers Karl Grein gegen die Nationalsozialisten hat eine Ausstellung zum Inhalt, die in der evangelisch-lutherischen Auferstehungsgemeinde gezeigt wird.

20.08.2010 12:16
Pfarrer Karl Grein. Foto: Auferstehungsgemeinde

Er war ein mutiger Arheilger, der sich offen gegen die Nationalsozialisten stellte: Karl Grein, von 1920 bis 1950 Pfarrer der evangelisch-lutherischen Auferstehungsgemeinde, bewies Zivilcourage mit seinem Widerstand gegen das Naziregime. Nach dem Krieg wirkte Karl Grein am Neuaufbau der Evangelischen Kirche in der Region mit.

Das Lebenswerk des couragierten Ortspfarrers und späteren Oberkirchenrats wird im Rahmen des Forschungsprojekts zur wissenschaftliche Auswertung der Kirchenkampfdokumentation der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) gewürdigt. Für diese Dokumentation hat die EKHN von 1960 bis 1996 mehr als 40?000 Dokumente zusammengetragen. Ergebnisse des Forschungsprojekts, die Pfarrer Grein betreffen, will die Auferstehungsgemeinde der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Karl Greins mutiges Einschreiten gegen die Nationalsozialisten ist in Arheilgen legendär. Der Kirchenkampf begann bereits 1935, als der Landesbischof ein Dienststrafverfahren gegen den Pfarrer einleitete, auch wegen seiner Mitgliedschaft in der Bekennenden Kirche. Karl Grein war jedoch nicht bereit, seiner Enthebung vom Dienst Folge zu leisten und hielt weiterhin Gottesdienste ab – unbeirrt von Verhören der Gestapo, Hausdurchsuchungen, Redeverbot und weiteren dienstlichen Verfahren.

Im August 1935 wurden die Schlösser zu seiner Kirche unter Polizeischutz amtlich ausgewechselt, so dass er für die Gottesdienste ins Gemeindehaus ausweichen musste. Als ihm auch dort der Zutritt vernagelt wurde, verlegte er die Gottesdienste ins Pfarrhaus. Im Herbst 1935 gaben es die örtlichen Stellen von Staat und Partei auf, sich mit dem streitbaren Pfarrer und seiner ihm treu ergebenen Gemeinde auseinanderzusetzen, der Kirchenkampf war gewonnen. Aus den Nägeln, mit denen das Gemeindehaus versperrt worden war, schuf ein Gemeindemitglied ein Nagelkreuz.

Nach dem Krieg war Karl Grein unter anderem als Oberkirchenrat tätig und wirkte als Vorsitzender des Verwaltungsrates des Elisabethenstifts. 1957 starb er nach längerer Krankheit. ( eda)

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