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Ausstellung in Darmstadt Visionäre Werkschau im Alten Schalthaus

Eine Ausstellung des Studiengangs Interactive Media Design an der Hochschule Darmstadt zeigt innovative Prototypen von Alltagsgegenständen der Zukunft.

Werkschau
Im Hofladen der Zukunft sind in den Gemüsekisten vernetzte Waagen integriert. Foto: Monika Müller

Der große Saal im Alten Schalthaus unweit des Darmstädter Hauptbahnhofs, der auch gerne für Kulturveranstaltungen, Familien- oder Firmenfeiern genutzt wird, erinnert seit Mittwoch an ein Zukunftslabor. Knapp 90 Studierende des Studiengangs Interactive Media Design vom Fachbereich Media der Hochschule Darmstadt präsentieren noch bis Freitag in einer Werkschau neu entwickelte und via Internet vernetzte „smarte“ und „intelligente“ Alltagsgegenstände.

Die Arbeiten rund um das Thema „Internet der Dinge“ sind in einem Semester innerhalb von nur 15 Wochen entstanden, wie Studiengangsleiterin Andrea Krajewski beim Rundgang berichtete. Die Professorin, die an der Hochschule Darmstadt Design interaktiver Mediensysteme unterrichtet, beschreibt den aktuellen Wandel des technologischen Fortschritts als „eklatant“. Über die „interaktive Zukunft“ äußert sich Krajewski in einem kleinen Ausstellungskatalog: „Ging es bislang um von Menschen beherrschte Maschinen, müssen wir uns nun über die Bedingungen Gedanken machen, unter denen wir es zulassen wollen, dass Maschinen unser Leben mitgestalten“.

Laut Krajewski beschäftigen sich die Studierenden des Studiengangs „Interactive Media Design“ auch mit der spannenden Frage, wie man künftig mit Systemen umgehen will, die sich untereinander vernetzen, lernen, selbstständig auf Menschen zu reagieren und überdies noch Daten sammeln , auswerten und wiedergeben. Nach den Worten der Professorin steht in den Projekten der Studierenden „unbeeindruckt von Technologie immer der Mensch im Zentrum mit seinen Träumen, Möglichkeiten und Bedürfnissen“.

Gezeigt werden im Rahmen der „Werkschau der Zukunftskonzepte“ 21 Projekte mit innovativen Prototypen. Die gezeigten Arbeiten haben zugleich einen direkten Bezug zu gesellschaftlich relevanten Themen.

Die Anwendungen und Installationen bieten zum Beispiel Lösungen für Landwirte. Unter dem Label „fresh and local“ haben die Studierenden Davide Becker, Christopher Brembach, Jasmin Falk und Julia Metzmaier einen „smarten Service“ für Bauern entwickelt, die sich vom Großhandel lösen und auf den Direktvertrieb ihrer Waren umsteigen oder ihren Betrieb um den Direktverkauf in einem Hofladen erweitern möchten. Mit einem über das Internet vernetzten Wiegesystem, das in entsprechend ausgestatteten Gemüse- und Obstkisten integriert wird, könnte der Landwirt etwa die Menge der dort zum Verkauf bereit liegenden Kartoffeln, Tomaten oder Äpfel selbst kontrollieren.

Nach den Worten von Christopher Brembach hat die Studentengruppe in einem Businessplan errechnet, dass die Einrichtung eines solch modernen Hofladens in einem Baucontainer inklusive einer Kühltheke rund 20 000 Euro kosten würde.

Mit einem anderen Projekt machen die Studierenden nachvollziehbar, wie sich der persönliche Konsum auf den Regenwald oder den globalen Wasserverbrauch auswirkt.

Präsentiert wird in der Ausstellung auch unter dem Motto „Teamflow“ ein intelligentes Lichtsystem, das zum effizienteren Arbeiten beiträgt.

„Eden - magische Gedenkorte“ lautet das studentische Konzept zum „Friedhof der Zukunft“. Mit einem Kristallstein können Friedhofsbesucher mit Grabstätten interagieren und dort auf zeitgemäße Weise auf beleuchteten Steinen kleine Botschaften hinterlassen.

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