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Abschied von Witta Pohl "Tschüsschen, Küsschen, Servus!"

In Darmstadt hatte die verstorbene Witta Pohl besonders viele Fans. Die trauern jetzt um ihr "Wittchen" und verabschieden sich von ihr auf ihre eigene Art im Internet.

07.04.2011 11:47
Witta Pohl bei ihrem letzten Darmstadt-Besuch im Sommer 2009. Foto: Roman Grösser

In Darmstadt habe sie sich immer pudelwohl gefühlt, hat Witta Pohl einmal gestanden. „Aufgehobensein und Freundschaft verbinde ich mit dieser Stadt.“ Sie wurde für die Schauspielerin „so etwas wie Heimat“. Sehr gerne sprach sie auch vom „Zuhausegefühl“, dass sie beschleiche. In Darmstadt hat Witta Pohl die Rolle ihres Lebens gespielt: Vera Drombusch.

Vera wurde sie auch bei ihren Auftritten beim Fantreffen zur Fernsehserie in Darmstadt aus Versehen gerufen. Aber Schauspielerin Witta Pohl nahm das so gelassen und heiter, wie es ihrem Wesen entsprach. Witta Pohl starb am Montag in Hamburg im Alter von 73 Jahren an Leukämie.

Von 1983 bis 1994 spielte Witta Pohl die Mutter Vera Drombusch in Robert Strombergers ZDF-Filmfamilie. Für das Genre der TV-Familienserie klassischer Prägung waren „Diese Drombuschs“ tatsächlich ein Erfolgsgarant. Die insgesamt 39 Folgen in sechs Staffeln erreichten mitunter sagenhafte Marktanteile von bis zu 45 Prozent, was damals (1992) rund 27 Millionen Zuschauern entsprach.

Witta Pohl war zuletzt beim Fan-Treffen im vergangenen Sommer in Darmstadt. Ihre bereits sichtbar angeschlagene Gesundheit hielt sie auch bei der Fan-Zusammenkunft 2009 nicht davon ab, sich im Darmstädter Maritim-Konferenzhotel mit schnoddrigem Humor den Drombusch-Verzückten zu präsentieren. Das Maritim-Konferenz-Hotel war bereits in den 80er Jahren Dreh- und Angelpunkt der Produktionsteams.

Seit mehreren Jahren bieten nun die beiden 32 Jahre alten Darmstädter Drombusch-Experten Marco Huber und Marc Hochheusel nicht nur ein umfangreich ausgestattetes Fan-Forum im Internet an (www.drombuschs.de), sondern auch jährliche große Fan-Treffen in Darmstadt, zu denen Drombusch-Liebhaber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen.

Ein Star ohne Allüren

Selbstverständlich wird dann nicht nur das Film-Antiquitätenfachgeschäft der Drombuschs in der Wilhelminenstraße besichtigt, sondern auch die Bundenmühle in Otzberg-Lengfeld.

Marco Huber stand im Sommer 2006 zum ersten Mal seiner Fernsehheldin Witta Pohl gegenüber. „Da ging ein Traum für mich in Erfüllung“, gesteht er, „das war der Beginn einer wirklich großen, tiefen Freundschaft.“ Huber schätzte an Pohl Herzlichkeit und gewitzten Charme, aber auch ihre Fürsorglichkeit und Hilfsbereitschaft – soziale Kompetenzen, die Pohl nicht zuletzt in ihr karitatives Hilfsprojekt Kinderluftbrücke investierte, die Kindern in Tschernobyl hilft. Bei den Versteigerungen von Erinnerungsstücken zur Fernsehserie kamen alle Einnahmen stets der Kinderluftbrücke zugute.

„Du warst ein Star ohne Starallüren“, verkündet Huber in seinem Nachruf auf der Fanseite im Netz. Und er bestätigt: „Sie hatte tatsächlich immer ein feines offenes Ohr für die Sorgen und Nöte ihrer Umgebung.“ Und sie war ausnehmend geduldig bei den Zusammentreffen mit endlos nachfragenden Fans, die zwischen Fernsehfigur Vera und Schauspielerin Witta kaum unterscheiden wollten.

Huber verabschiedet sich im Internet von seinem „Wittchen“, wie er Pohl nennen durfte, mit jenen Abschiedsworten, die die Schauspielerin selbst so gern verwendete: „Tschüsschen, Küsschen, Servus!“ ( phg)

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