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Altstadt Neue Perspektiven für die Altstadt

Nach dem Aus für das Brüder-Grimm-Kulturzentrum werden Alternativen gesucht.

Für die Hanauer Altstadt sollen neue Perspektiven erarbeitet werden, nachdem das seit Jahren geplante Brüder-Grimm-Kulturzentrum auf dem Schlossplatz wegen der Finanzlage der Kommune nicht gebaut werden kann. Das versprach Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Montagabend im Parlament und bestätigte damit einen gleichlautenden Antrag der CDU – den die Stadtverordneten denn auch einstimmig beschlossen.

Nach dem Umzug der Stadtbibliothek in das neue „Forum Hanau“ auf dem Freiheitsplatz werde die Passantenfrequenz in der Altstadt „vermutlich weiter stark abnehmen“, befürchtet der CDU-Stadtverordnete Tom Zeller. Auch die Verkehrssituation könne dazu beitragen, „die Altstadt abzuhängen“. Deshalb sei es „schon heute angezeigt“, Alternativen zum Brüder-Grimm-Kulturzentrum zu entwickeln, „damit die Belebung dieses Quartiers gesichert werden kann“. Dabei sollten Anwohner, Einzelhändler und Gastronomen eingebunden werden, so Zeller, „denn in der Altstadt gibt es viele kreative und engagierte Leute.“

Oberbürgermeister Kaminsky will als erstes die Nachnutzung für das historische Kanzleigebäude in den Fokus rücken, wo derzeit noch die Stadtbücherei ihr Domizil hat. Dafür gebe es verschiedene Varianten. Bekanntlich hat der Hanauer Investor Albrecht Krebs Interesse bekundet, in dem Baudenkmal eine Dependance des Arcadia-Hotels am Kurt-Blaum-Platz einzurichten. Aber auch Harald Ortner, Geschäftsführer des Innenstadt-Investors HBB, hatte nach dem Aus für das Kulturzentrum erklärt, sich ein Hotel an diesem Standort gut vorstellen zu können.
Kaminsky würde daneben aber auch Wert auf ein Restaurant im Haus legen, um diesen zentralen, attraktiven Ort auch weiterhin für die Hanauer Öffentlichkeit bereit zu halten. Außerdem müsse die „Rückübertragung der Immobilie“ in städtischen Besitz „in nächster Generation möglich sein“, erklärte Kaminsky.

Weiter brachte er die fast 20 Jahre alte Idee wieder auf, die Erdgeschossräume in den Gebäuden am Altstädter Markt mit Läden oder Werkstätten zu belegen, die zum Deutschen Goldschmiedehaus passen. Dabei könnten Mittel aus dem Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ genutzt werden, sagte Kaminsky.

Auch der derzeit fade Bonhoeffer-Platz soll umgestaltet werden, versprach der Oberbürgermeister – allerdings nicht vor 2017. Schließlich solle die Altstadt nicht in eine Baustelle verwandelt werden. Für deren Zukunft schwebt ihm ein Ort „mit Flair“ vor, „aber keine Partymeile“.

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