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AfD Hessen Schlappe für Münch

Die hessische AfD wählt weitere Listenplätze - Albrecht Glaser ist auf Platz fünf, Hohmann auf Platz sechs. Eine Schlappe erlebt Münch.

Parteitag AfD-Hessen
AfD-Mitglieder bei einer Abstimmung. Foto: Boris Roessler (dpa)

Die AfD Hessen sortiert sich wieder einmal um. Er werde nicht erneut für den Landesvorstand kandidieren, sagte Peter Münch am Sonntagmorgen der Frankfurter Rundschau. Mit dem Rückzug ziehe er die Konsequenz aus seinem schlechten Abschneiden beim Landesparteitag zur Bundestagswahl am Wochenende. Im November hatte der Bad Homburger Rechtsanwalt noch den aussichtsreichen Platz zwei auf der Landesliste errungen – hinter Mariana Harder-Kühnel (43), die am Samstag in dieser Position mit 76,2 Prozent bestätigt wurde. Doch wegen möglicher Formfehler hatte die AfD Hessen das komplette Prozedere vom November wiederholt. Mit dem Ergebnis, dass Münch am Samstag bei der Gruppenwahl für Platz zwei bis sieben durchfiel.

Der 56-Jährige wittert Spaltungstendenzen. Er sei „schon enttäuscht“, sagte der Bad Homburger AfD-Politiker, der auch einer von drei Landessprechern ist. Die innerparteilichen Machtkämpfe seien nicht gestoppt. Drei der ersten sieben, die jetzt auf der Landesliste stehen, seinen aus dem Lager von Frauke Petry. Demnach hat der Appell des Bundessprechers und Petry-Kontrahenten Jörg Meuthen nicht gefruchtet. Samstagmittag hatte er die 400 Anwesenden in der Mehrzweckhalle Gießen-Allendorf dazu aufgefordert, die Reihen zu schließen. Ein Déjà-vu, wie das stundenlange Gezacker um Formalitäten, bis der erste Wahlgang überhaupt beginnen konnte. Am identischen Ort hatte einst Bernd Lucke versucht, die Zankhähne der AfD Hessen zur Räson zu bringen.

Lucke war gestern. Die AfD Hessen hat inzwischen wieder, wie vor der Spaltung, rund 2200 Mitglieder. Petry hat sich im Moment zurückgezogen, am Samstag ist Meuthen der Star des Tages. Er spreche das erste Mal vor dem Landesverband, sagte er. Habe sogar vier Jahre im Finanzministerium in Wiesbaden gearbeitet. „Das waren die am wenigsten erbaulichen Jahre meines Berufslebens.“ Er appelliert an seine Zuhörer, die Partei nicht kaputtzureden. Das schlechte Abschneiden bei den Landtagwahlen in Saarland und Schleswig-Holstein sei kein Anlass zu Pessimismus und Niedergangs-fantasien. „Grottenschlecht“ sei schließlich die politische Konkurrenz, „erbarmungswürdig“ ihr Personal.

Nach seiner Rede stehen viele auf und klatschen. Aber nicht alle. Danach stehen einige Schlange, um Meuthen die Hand zu schütteln und ein Erinnerungsfoto zu schießen. Später sitzt er noch einige Zeit draußen im Korbstuhl und plaudert mit den Leuten. Er ist nicht der Einzige, der die frische Luft dem Mief der Halle vorzieht. Islamfeindliche Worte und Polemik gegen die etablierten Parteien in Kombination mit den milden Temperaturen machen durstig. Dagegen hilft Bier, wie die beiden Kästen vor dem Eingang bezeugen, die irgendjemand angeschleppt hat. Um 18 Uhr ist der Gerstensaft vernichtet, doch Nachschub rollt an. Im Saal schreitet derweil der nächste der 26 Kandidaten zum Rednerpult, um seine siebenminütige Bewerbungsrede zu halten. Und am Sonntag ging es weiter.

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