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AfD Hessen Frauke Petry für Donald Trump

Bei der AfD Hessen wettert Frauke Petry gegen die „ökosozialistische Kanzlerin“ und den „roten Sigi“. Zudem spricht sie sich für Donald Trump aus. Die AfD Hessen hat derzeit 2100  Mitglieder, 70 kandidieren für die Landesliste.

Frauke Petry. Foto: dpa

Die AfD-Hessen ist am Wochenende in den  Bundestagswahlkampf gestartet:   Mehr als 70  Mitglieder kandidierten in der Stadthalle Hofheim für die Landesliste.  Zu viele: Fährt die AfD im September 15 Prozent ein, dann werden lediglich sieben Abgeordnete aus Hessen ein Ticket für Berlin bekommen. Bei zehn Prozent sind es vier bis fünf. Es galt also, die Parteifreunde zu überzeugen. Mit kämpferischen Reden wie die von Christine Anderson (48) aus Limburg, die sich als AfD-Kreistagsabgeordnete und Pegida-Unterstützerin „Hass und sozialer Ächtung“ ausgesetzt sieht: Die aktuelle Bundespolitik „verrät und verkauft das Volk und die Demokratie“. Applaus auch für die letzten Sätze des Parteimitbegründers aus Oberursel, Konrad Adam (74): Er wolle verhindern, dass „Schulen zu Koranschulen“ werden, „Universitäten zu Gebetshäusern“ – „und unser Land zu einer Dönerbude wird“.

Zwei ganze Tage hatte der Landesverband die Stadthalle gemietet, damit die  400 Mitglieder die Liste aufstellen konnten. Der  Samstagvormittag  ging mit Debatten über Formalitäten und die Registrierung der Kandidaten drauf. Und mit dem Grußwort von Bundessprecherin Frauke Petry, die später den Saal durch die Hintertür verließ. Nicht ohne Grund: Umringt von einem großen Polizeiaufgebot hatten sich vor dem Haupteingang im strömenden Regen rund ein Dutzend Aktivisten der Antifaschistischen Bildungsinitiative postiert, um vor „den ewig Gestrigen“ und der „Horrorshow“ zu warnen, wie ihr Sprecher Marcus Schmitt es formulierte.

AfD Hessen zählt 2100  Mitglieder

In der warmen Stadthalle versicherte  der einstige Frankfurter CDU-Politiker Albrecht Glaser der Frankfurter Rundschau, dass der Landesverband sich von  dem Aderlass nach der Spaltung erholt habe. Er zähle jetzt 2100  Mitglieder. Wie seine  Mitstreiter im zehnköpfigen Landesvorstand strebt auch Glaser ein Mandat im Bundestag an. Einzig Rolf Kahnt will in Hessen bleiben, peilt ein Mandat im Landtag an, der in zwei Jahren neu gewählt wird. Glaser nennt sich selbst „Radikaldemokrat“. Er kämpfe für eine unabhängige Justiz und Volksabstimmungen auf Bundesebene. Dass die CSU sich jetzt ebenfalls dafür einsetzen will, „passt wunderbar zusammen“. Die AfD habe nichts dagegen, wenn ihre Ideen von anderen abgekupfert würden. „Diese Art des Plagiats ist gut.“

Doch selbst unter einem CSU-Kanzler werde die AfD bis zur Bundestagswahl 2021 in der Opposition bleiben, stellte Petry klar. Und dass die Türkei sich nicht als EU-Kandidat und Verhandlungspartner für Deutschland eigne.  „Die Türkei gleitet weiter in religiösen Totalitarismus ab.“ Förderprojekte der EU seien „Etikettenschwindel“, denn das Gros des Geldes zahle die Bundesrepublik. Bei den Russlandsanktionen zeige sich, dass jedes Land sein eigenes Süppchen koche: „Staaten haben keine Freunde. Staaten haben Interessen.“

Die USA benötigten einen Wechsel und keine Hillary Clinton, die für das Establishment stehe: „Wir müssen den Parteien den politischen Mittelfinger zeigen“, sagte Petry. Das sei „nicht immer fein“, aber an dieser Strategie müsse die AfD festhalten. Bei der „ökosozialistischen Kanzlerin“ sei das Konservative nicht mehr erkennbar. „Der rote Sigi“ traue sich nicht an ein rot-rot-grünes-Bündnis, weil er wisse, dass er damit scheitert. „Mit Charme, politischem Rückgrat und Humor“ werde die Partei schaffen, im Jahr 2021 Regierungsverantwortung in Berlin zu übernehmen.

So lang, scheint es, mag die Limburger Kandidatin Christine Anderson nicht warten. Sie ist genervt von der „Hofberichterstattung“ der Presse, von einem Bundespräsidenten, „der sich permanent für sein Volk entschuldigt“. Der Bund greife nicht durch. Den „Raubmördern und Sprengstoffgürtelträgern“ sei „mit Blockflöten“ nicht beizukommen. „Die Auslöschung unseres Volkes“ werde sie nicht zulassen, sagt Anderson und erntet  Bravo-Rufe, als sie den Thüringer Fraktionschef Björn Höcke als „engen Freund von mir“ bezeichnet. „Der hat das Herz auf dem rechten Fleck.“

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