Lade Inhalte...

AfD Hessen Austrittswelle bei der AfD

Rund 160 hessische Mitglieder kehren der „Pegida-Partei“ den Rücken. Diese wollen den „klaren und gewollten Rechtsruck“ der Partei nicht mehr mitmachen. Der Landesvorstand sieht die Austrittswelle gelassen.

160 Mitglieder sind aus der hessischen AfD ausgetreten. Foto: peter-juelich.com

Aderlass bei der hessischen eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD): Knapp 160 Mitglieder wollen den „klaren und gewollten Rechtsruck“ nicht mitmachen. Die Partei habe sich von ihren Gründungszielen verabschiedet, teilen sie in einem Schreiben mit dem Briefkopf „Weckruf 2015“ mit. „Eine Pegida-Partei, eine politische Kraft, die muslimische Mitbürger ausgrenzt und deren Funktionäre völkische Ideen und Sprache pflegen, ist uns zuwider.“

Peter Münch, einer der drei Sprecher im Landesvorstand, bleibt ob der angekündigten Austrittswelle gelassen. Der Verlust sei verschmerzbar: „Viele haben sich als ausgesprochen unanständig herausgestellt, da sind wir nicht böse, wenn sie die AfD verlassen.“ Bei Einzelnen bedauere er diese Entscheidung. „Aber die können ja auch wieder zurückkehren“, sagt das ehemalige Mitglied der rechtsextremen Republikaner.

Projekt ist gescheitert

Das Schreiben erwecke einen falschen Eindruck, so Münch weiter. „Auf der Liste stehen erstaunlich viele, die längst ausgetreten sind.“ 2015 Mitglieder hatte die AfD Hessen vergangenen Montag, nachdem Mitgründer Bernd Lucke beim Bundesparteitag den Machtkampf gegen Frauke Petry verloren hatte. Münch sagt, die Hessen-AfD wachse seitdem. „Mir liegen neue Mitgliedsanträge vor.“ Auch Förderer hätten sich gemeldet, die die Partei unterstützen wollten – „jetzt, wo sie eine klare Linie sehen“.

Der im Mai neu gewählte Landesvorstand bestehe „aus erklärten Lucke-Gegnern und Rechtspopulisten“. Das Projekt, die AfD als eine „bürgerlich-freiheitliche Partei zu etablieren“ sei gescheitert, heißt es in dem Papier, das unter anderem die ehemalige Bundesvorstandssprecherin Ursula Braun-Moser aus der Wetterau unterzeichnet hat. Auch Susanne Gruber und Arnd Frohne, die bis Mai im Landesvorstand tätig waren, sind dabei. Der Frankfurter Kreissprecher Ralf Dedermann hat sich ebenfalls dem „Weckruf“ von Lucke angeschlossen und der AfD den Rücken gekehrt: „Wir sind nicht bereit, einer rechtspopulistischen Partei als Feigenblatt zu dienen.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen