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AfD Hessen AfD mit neuer Spitze

2. UpdateDie AfD Hessen hat künftig nur noch zwei statt wie bisher drei Landessprecher. Gewählt werden Robert Lambrou und Klaus Herrmann. Eine Schlappe erlebt Lichert.

Hessische AfD mit neuen Sprechern
Robert Lambrou (l, AfD) und Klaus Herrmann stehen beim Landesparteitag der AfD in Hessen vor einem Plakat. Der Landesparteitag in Gießen wählte die beiden am Samstag zu den neuen Sprechern des Landesvorstands. Foto: Carolin Eckenfels (dpa)

Die hessische AfD hat einen neuen Vorstand. Robert Lambrou aus Wiesbaden und der Butzbacher Klaus Herrmann (Wetteraukreis) führen die Rechtspopulisten als gleichberechtigte Sprecher ins Landtagswahljahr 2018. Herrmann strebt ein Mandat im Landtag an, Lambrou wollte sich nach seiner Wahl am Samstag in Gießen noch nicht festlegen. Eine herbe Niederlage musste der Bad Nauheimer Andreas Lichert einstecken. Im Gespräch mit der FR machte er „diverse Presseberichte“ über seine Kontakte in die rechte Szene verantwortlich. Es sei richtig, dass er Kontakte zur „Identitären Bewegung“ habe: „Man trifft sich bei Veranstaltungen und Vorträgen.“ Doch eine Zusammenarbeit finde nicht statt. So seien nun mal die Regeln in der AfD. Dies akzeptiere er, halte es aber für „ungerechtfertigt“.

Die meisten der rund 220 Delegierten konnte der 42-Jährige dennoch nicht überzeugen. Weder beim ersten Wahlgang, als 56 Prozent der Delegierten für Lambrou stimmten, noch bei der Wahl des zweiten Sprechers, als Herrmann 55 Prozent bekam. Noch schlechter als Lichert schnitt einzig der bisherige Schatzmeister Robert Rankl (Kreis Offenbach) ab. Als Stellvertreter kandidierte er dann nicht mehr: „Man will mich offenkundig nicht an exponierter Stelle.“

In den Reden war viel von Schulterschluss und Zusammenrücken die Rede. Die innerparteilichen Streitigkeiten und Spaltungen sollten ein Ende haben. Die Landespartei müsse sich professionell aufstellen, persönliche Eitelkeiten und Grabenkämpfe überwinden. Das organisatorische Chaos erschwere die Arbeit.

Lambrou läutete in seiner Bewerbungsrede mit einer Glocke theatralisch den Wahlkampf ein. Den Politikern von CDU, SPD und Grünen warf er „arrogante Respektlosigkeit gegenüber uns und unseren Wählern“ vor. Er sei optimistisch, dass sich das nach der Wahl ändern wird: „Wir kommen deutlich zweistellig zu ihnen in den Hessischen Landtag.“ Und er versprach den „Altparteien“, wie sie im AfD-Jargon heißen, „die Mutter aller Wahlniederlagen“. Herrmann gab den innerparteilichen Versöhner. Sowohl Liberale als auch Konservative hätten ihren Platz in der Partei, sagte der 57 Jahre alte pensionierte Polizeibeamte. „Wir wollen keine zwei Lager.“ Abgrenzungen gebe es einzig gegen extremistische Haltungen und die politischen Gegner.

Zu Beginn des Parteitags hatte Bundestagsabgeordneter Albrecht Glaser die Delegierten begrüßt und danach die Leitung des Treffens übernommen. Gemeinsam mit Peter Münch und Rolf Kahnt saß Glaser im alten Sprechergremium, das nun von drei auf zwei Köpfe verkleinert worden ist. Kahnt trat nicht mehr an, Münch war zurückgetreten und damit einem Abwahlantrag zuvorgekommen.

Glaser schwärmte in den höchsten Tönen, die AfD schlage sich bestens im Bundestag. Die Mitarbeiter seien begeistert über den frischen Wind, berichtete der 75-Jährige. „Mich haben schon drei Mädchen umarmt und geküsst.“ Von vielen Seiten gebe es ermutigende Signale. Die Fraktion arbeite mit Stil und Kenntnis: „Wir sind angekommen, der politische Feind klappert mit den Zähnen.“ Und das Amt des Bundestags-Vizepräsidenten werde er auch erreichen: „Die Fraktion steht wie eine Eins hinter meiner Person.“

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