Lade Inhalte...

AfD Eine Partei zerfleischt sich

Personalquerelen ohne Ende: Die hessische Alternative für Deutschland (AfD) bleibt sich auch bei ihrem Landesparteitag am Samstag treu. Die Abwahl des kompletten Landesvorstands ist beantragt.

Auch der Odenwald-Kreisverband will die AfD-Spitze schassen. (Im Bild: AfD Thüringen.) Foto: dpa

„Es kann noch einmal einen Knall geben, aber dann tritt endlich Ruhe ein“, sagt Bärbel van Dijk voraus, Sprecherin des Kreisverbands Darmstadt-Dieburg. Sie und ihre Mitstreiter haben für das Treffen in Gießen einen Antrag auf Abwahl des kompletten Landesvorstands gestellt.

Auch der Odenwald-Kreisverband will die AfD-Spitze schassen. Er will „einen, gegebenenfalls zwei Landessprecher“ abwählen, wie der Tagesordnung zu entnehmen ist. Derzeit gibt es nur noch zwei Sprecher: Susanne Gruber und Konrad Adam, der auch auf Bundesebene an der Spitze der AfD mitmischt.

Schon im Vorfeld war zu erahnen, dass der Landesverband auch zwei Jahre nach seiner Gründung noch nicht weiß, in welche Richtung die politische Reise gehen soll. Machtkämpfe und Gezänk beherrschen die Aktivitäten, wie die aktuelle Entwicklung zeigt. Adam schließt nicht aus, dass der im März aus seinem Posten gedrängte ehemalige Vorstandssprecher Peter Münch mit seinen Anhängern ebenfalls kommen wolle. Münch wird vorgehalten, eine Mitgliedschaft bei den „Republikanern“ verschwiegen zu haben.

Kritik an Negativlisten

Das AfD-Landesschiedsgericht hat ihn seines Amtes enthoben, weil er „wesentliche Fakten“ aus seinem politischen Vorleben verschwiegen habe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, er hat Berufung eingelegt. Das vom Vorstand ungeliebte Mitglied aus dem Hochtaunuskreis habe in der Basis eine große Fangemeinde, versichert van Dijk. „Die Befürworter von Münch sind weit in der Mehrzahl.“ Diese Leute fühlten sich düpiert, es sei eine Unruhe entstanden, die die politische Arbeit in den Hintergrund gedrängt habe und behindere.

Die Verantwortung dafür trage die Spitze der hessischen AfD. Sie sei nicht in der Lage, Frieden zu schaffen: „Wir sind der Meinung, dass durch die Handhabung der Causa Münch durch den Landesvorstand eine Spaltung im Landesverband entstanden ist, in der sich die beiden Lager unversöhnlich gegenüberstehen.“ Notwendig sei jetzt ein Schnitt und eine Neuanfang mit unbelastetem Personal. Deshalb beantrage der Kreisverband Darmstadt-Dieburg die Abwahl des Landesvorstands. Noch besser wäre es, wenn dieser freiwillig zurücktrete.

Wie aus der Einladung zu der Versammlung am Samstag hervorgeht, traut der Landesvorstand zumindest einem Teil seiner Mitglieder nicht. Bei dem Treffen sollen auch die Bundesdelegierten gewählt werden.

In der Vergangenheit waren auf Parteitagen Listen mit Wahlempfehlungen verteilt worden, ergänzend dazu kursierten sogenannte Negativlisten, ebenfalls mit Namen. „Der Vorstand war und ist nicht glücklich über die Existenz solcher Listen und kann den Unmut vieler Mitglieder diesbezüglich verstehen“, ermahnt das sechsköpfige Gremium seine Mitglieder und plädiert dafür, von solchen Manipulationen Abstand zu nehmen. „Wir würden uns freuen, wenn solche Listen von nun an der Vergangenheit angehören.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen