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Adel in Hessen Dunkle Tage für das Haus Hessen-Darmstadt

Das Hessische Staatsarchiv und die Hessische Hausstiftung erinnern an den Flugzeugabsturz 1937 bei Ostende, bei dem sechs Mitglieder der Adelsfamilie ums Leben kamen.

Haus Hessen-Darmstadt
Weiße und rote Blumen wurden gestern am Gemeinschaftsgrab auf der Rosenhöhe abgelegt. Foto: Jens Joachim

Vor 80 Jahren, am 16. November 1937, kam bei einem Flugzeugabsturz in Steene bei Ostende fast die gesamte Familie des früheren Erbgroßherzogs Georg Donatus von Hessen und bei Rhein ums Leben. Die Familie befand sich auf dem Weg nach London, zur Hochzeit von Georg Donatus’ jüngerem Bruder Ludwig. Neben Georg Donatus starben seine Frau Cécile, ihr ungeborenes Kind, die gemeinsamen sechs- und vierjährigen Söhne Ludwig und Alexander sowie Donatus’ Mutter Eleonore und sechs weitere Personen.

Heinrich Donatus von Hessen bezeichnete am Donnerstag im „Haus der Geschichte“ am Karolinenplatz den 16. November 1937 als „einen der dunkelsten Tage des Hauses Hessen-Darmstadt“. Das tragische Unglück könne man kaum in Worte fassen, sagte der Chef des Hauses Hessen. Zur Erinnerung daran veranstaltete das Hessische Staatsarchiv gemeinsam mit der Hessischen Hausstiftung eine Gedenkfeier in Darmstadt.

Zum Auftakt gestaltete der Egelsbacher Pfarrer Martin Diehl am Morgen eine Andacht auf der Rosenhöhe. Dort legten die Mitglieder des Hauses und weitere Angehörige Rosen und Gerbera in den Landesfarben Weiß und Rot am Gemeinschaftsgrab der bei dem Absturz ums Leben gekommenen Familienmitglieder nieder. In dem Grab ruht auch der frühere Großherzog Ernst Ludwig, der nur wenige Wochen zuvor, am 9. Oktober 1937 im Alter von 68 Jahren im Jagdschloss Wolfsgarten gestorben war.

Rainer Maaß, der Leiter des Großherzoglich-Hessischen Haus- und Familienarchivs, schilderte in einem Vortrag, wie es zu dem Absturz der dreimotorigen Junkers 52 kam und wie das in London wartende Hochzeitspaar reagierte. Ursache des Unglücks war eine Kollision der Maschine mit dem 65 Meter hohen und unbeleuchteten Schornstein einer Ziegelei, den die Besatzung wegen dichten Nebels zu spät erkannte. Während die Kabine der JU 52 völlig ausbrannte, blieb das Heck der Maschine unversehrt. Die Passagiere hätten durch den Aufprall tödliche Schädel- und Knochenbrüche erlitten, sagte Maaß.

In Darmstadt, berichtete Peter Engels, der Leiter des Stadtarchivs, wurde das Unglück mit Fassungslosigkeit aufgenommen. Schon nach dem Tod des letzten Großherzogs Ernst Ludwig gut einen Monat zuvor hatten Tausende Menschen aus Darmstadt und Umgebung mit der Familie getrauert und von ihrem einstigen Regenten Abschied genommen.

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