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Abschiebung von Rom Empörung über Anzeige gegen Arzt

Ein Arzt soll versucht haben, die Abschiebung eines psychisch kranken Mannes in den Kosovo zu verhindern. Der Wetteraukreis zeigt ihn an. Das empört SPD und Linke.

Flughafen Frankfurt
Der Aufenthaltsraum für Menschen (links), die abgeschoben werden sollen, und das angrenzende Arbeitszimmer der Bundespolizei auf dem Frankfurter Flughafent. (Archiv) Foto: Andreas Arnold (dpa)

SPD und Linke haben empört auf die Anzeige des Wetteraukreises gegen den Arzt Bernd Gallhofer reagiert. SPD-Sozialpolitiker Gerhard Merz sprach am Dienstag von einem „bösartigen Revanchefoul“, die Linken-Abgeordnete Gabi Faulhaber von einem „durchsichtigen Manöver“.

Gallhofer leitet die Psychiatrische Klinik des Gießener Uni-Klinikums. Er hatte einen traumatisierten 32-jährigen Rom behandelt, der Anfang März im Landratsamt des Wetteraukreises von zwei Polizisten verhaftet und ins Kosovo abgeschoben wurde. Der Wetteraukreis wirft Gallhofer nun vor, er habe versucht, die Abschiebung zu verhindern, und damit gegen das Aufenthaltsgesetz verstoßen.

SPD-Politiker Merz nannte die Anzeige des Kreises einen „durchsichtigen Versuch, von der eigenen Verantwortung für ein undurchsichtiges Verfahren abzulenken“. Der renommierte Arzt solle „offensichtlich eingeschüchtert und mundtot gemacht“ werden. „Die Ausländerbehörde des Wetteraukreises wäre gut beraten, hier mit offenen Karten zu spielen, statt mit Dreck auf andere zu werfen“, fasste Merz die SPD-Kritik zusammen.

Die Linke setzte das Thema für Donnerstag auf die Tagesordnung des Landtags. Ihre Abgeordnete Faulhaber nannte die Vorwürfe des Kreises absurd. „Der Wetteraukreis versucht ganz offensichtlich, den Mediziner zu kriminalisieren und Kritiker einer inhumanen Abschiebungspraxis mundtot zu machen“, sagte sie.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Abschiebe-Fälle

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