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„Zentrum für politische Schönheit“ AfD findet Mahnmal-Replik „widerwärtig“

Aktivisten haben eine Nachbildung des Berliner Holocaust-Mahnmals neben dem Haus von Björn Höcke aufgebaut. Der AfD gefällt das nicht.

22.11.2017 15:27
AfD
AfD-Anhänger in Bornhagen Foto: rtr

Das „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) hat auf einem Nachbargrundstück des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke das Berliner Holocaust-Mahnmal nachempfunden. Aus Protest gegen eine umstrittene Rede Höckes in Dresden über den Massenmord an den europäischen Juden stellten Aktivisten des Künstlerkollektivs am Mittwoch nach eigenen Angaben 24 Betonstelen in Sichtweite von Höckes Haus im thüringischen Bornhagen auf.

„Wir wollen und können die grotesken Forderungen zur Geschichtspolitik nicht auf sich beruhen lassen“, erklärte der künstlerische Leiter Philipp Ruch laut Mitteilung. Eine Polizeisprecherin bestätigte, dass es sich um Höckes Wohnhaus handelt.

 

Die provokative Künstlergruppe forderte Höcke dazu auf, vor dem Denkmal in Berlin oder dem Nachbau in Bornhagen auf die Knie zu fallen und um Vergebung für die deutschen Verbrechen des Zweiten Weltkriegs zu bitten. Höcke selbst oder sein Sprecher waren für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

AfD will Künstler zur Rechenschaft ziehen

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen sagte: „Es ist widerwärtig, dass so etwas in Deutschland überhaupt möglich sein kann.“ Seine Partei werde alles daransetzen, „dass diese sogenannten Künstler zur Rechenschaft gezogen werden“.

Die Mitinitiatorin des Berliner Holocaust-Mahnmals, Lea Rosh, begrüßte den Nachbau des Denkmals. „Das ist eine wunderbare Idee“. Die Aktion so kurz vor der Weihnachtszeit sei eine „herrliche Bestrafung“ für Höcke. So müsse er vor seinem Haus den Nachbau des Denkmals für die ermordeten Juden Europas erdulden.

Ein Kreis um Rosh und den vor kurzem verstorbenen Historiker Eberhard Jäckel hatte den Bau des Mahnmals angeregt. Das Denkmal mit 2711 Betonstelen war 2005 eröffnet worden. Die Mahnmal-Stiftung in Berlin wollte sich zu der Aktion auf Anfrage nicht äußern.

Reaktion auf Rede über „Mahnmal der Schande“

Höcke gilt als Rechtsaußen der AfD und hatte Anfang des Jahres in seiner Rede in Dresden unter anderem mit Blick auf das Holocaust-Mahnmal gesagt: „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“

Für die Polizei stand am Mittwoch laut Sprecherin zunächst der Schutz von Höckes Wohnhaus im Vordergrund. „Dann werden wir prüfen, inwiefern ein möglicher Strafbestand vorliegt.“ Man sei mit einem kleinen Aufgebot vor Ort, sagte die Sprecherin.

ZPS ist bekannt für umstrittene Inszenierungen

Auf Youtube wurde das Konto des „Zentrums für politische Schönheit“ während der Aktion am Mittwoch offenbar gelöscht. 

Das berichtet das Blog netzpolitik.org, das digitale Freiheitsrechte zu seinem Schwerpunkt macht.

 

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