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Das Ende dreier Monarchien

Der Erste Weltkrieg mit Millionen Toten veränderte Europas LandkarteAm 28. Juni 1914 erschoss der Serbe Gavrilo Princip in Sarajevo das österreichische Thronfolgerpaar. Die anschließende Konfrontation zwischen Österreich-Ungarn und Serbien weitete sich zu einem europäischen und schließlich globalen Krieg aus, an dem sich mindestens 16 Länder militärisch beteiligten. Am Ende der Kämpfe hatte sich die politische Landkarte grundlegend verändert.

22.07.2004 00:07
Foto: dpa-Grafik

Hamburg (dpa). Am 28. Juni 1914 erschoss der Serbe Gavrilo Princip in Sarajevo das österreichische Thronfolgerpaar. Das Attentat war Auslöser für den ersten industrialisierten Krieg, den Ersten Weltkrieg. Die Konfrontation zwischen Österreich-Ungarn und Serbien weitete sich zu einem europäischen und schließlich globalen Krieg aus, an dem sich mindestens 16 Länder militärisch beteiligten. Am Ende der Kämpfe, die von August 1914 bis November 1918 in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Ostasien wüteten, hatte sich die politische Landkarte grundlegend verändert.

Der Ausbruch des Krieges traf die Eliten und das Bürgertum Europas nicht überraschend. Nationalismus, Imperialismus mit Wettrüsten und Militarismus hatten zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein explosives Klima geschaffen. Ein Bündnisgeflecht verpflichtete zum Waffengang.

Im August 1914 wurden die meisten europäischen Länder von einer Woge nationaler Euphorie erfasst. Der Geschlossenheit folgte jedoch bald Ernüchterung. Mehr als 65 Millionen Soldaten, davon 11 Millionen Deutsche, wurden mit einem immensen Einsatz an Waffen konfrontiert.

Bilanz der Katastrophe waren etwa 8,5 Millionen Tote, mehr als 21 Millionen Verwundete, ungefähr 7,5 Millionen Kriegsgefangene und Vermisste. Unermesslich waren die Leiden der Zivilbevölkerung durch Hunger oder Flucht.

Das Ende des Kriegs war zugleich das Ende von drei Monarchien: Das Zarenreich wandelte sich bereits nach der Oktoberrevolution 1917 in eine sozialistische Räterepublik, Rest-Österreich und das Deutsche Reich wurden parlamentarische Demokratien. Auch das Osmanische Reich zerfiel.

Völkerrechtlich fand der Krieg seinen Abschluss in den Pariser Vorortverträgen von 1919 bis 1920: Dem Deutschen Reich wurde die alleinige Kriegsschuld zugeschrieben. Das Land verlor etwa ein Achtel seines Staatsgebiets und alle Kolonien. Neben mehreren hundert Milliarden Goldmark Reparationszahlungen wurde eine weitgehende Abrüstung und französische Besatzung in den linksrheinischen Gebieten festgeschrieben.

Durch die Niederlage der Mittelmächte wurden Europas Grenzen verschoben, neue Staaten entstanden: in Mitteleuropa Polen, die Tschechoslowakei und Ungarn, auf dem Balkan der jugoslawische Vielvölkerstaat.

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