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Chronologie Das Attentat vom 20. Juli 1944

Am Donnerstag, 20. Juli 1944, fliegt Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg mit seinem Adjutanten, Oberleutnant Werner von Haeften, zur Lagebesprechung in die "Wolfsschanze". Den Sprengsatz, der in einer Aktentasche untergebracht ist, deponiert er in der Nähe Adolf Hitlers. Doch dieser überlebt den Anschlag leicht verletzt, der Putschversuch scheitert. Eine Chronik der Ereignisse.

14.07.2004 00:07
Foto: dpa-Grafik

Frankfurt a.M. (epd). Am Donnerstag, 20. Juli 1944, fliegt Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg mit seinem Adjutanten, Oberleutnant Werner von Haeften, zur Lagebesprechung in die "Wolfsschanze". Den Sprengsatz, der in einer Aktentasche untergebracht ist, deponiert er in der Nähe Adolf Hitlers. Doch dieser überlebt den Anschlag leicht verletzt, der Putschversuch scheitert. Eine Chronik der Ereignisse:

Donnerstag, 20. Juli 1944, 7 Uhr, Berlin: Stauffenberg und Haeften fliegen nach Rastenburg in Ostpreußen.

10.30 Uhr, Führerhauptquartier Wolfsschanze: Dienstbesprechung in der Baracke des Chefs des Wehrmachtführungsstabes im Oberkommando der Wehrmacht im Sperrkreis I.

12.20 Uhr: Stauffenberg und Haeften begeben sich unter dem Vorwand, sich frisch machen zu wollen, in das Schlafzimmer von Major Ernst John von Freyend, des Adjutanten von Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel. Hier aktiviert Stauffenberg den Zeitzünder für die Sprengladung. Oberfeldwebel Werner Vogel stört die beiden, als sie die zweite Sprengladung aktivieren wollen, und mahnt zur Eile. Haeften verstaut die zweite Ladung in seiner Aktentasche. Stauffenberg läuft zur Holzbaracke, in der die Unterredung stattfinden soll.

12.37 Uhr: Keitel stellt Stauffenberg Hitler vor und meldet, dass dieser über den Einsatz von Sperrdivisionen berichten werde. Stauffenberg stellt die Tasche mit Sprengstoff in die Nähe Hitlers unter dem Tisch ab. Unter dem Vorwand, telefonieren zu müssen, verlässt er den Raum und läuft zu Haeften. Sie bestellen einen Wagen.

12.42 Uhr: Die Sprengladung explodiert. Von den 24 Personen in der Baracke sterben vier, fast alle anderen werden mehr oder weniger schwer verletzt. Stauffenberg und Haeften, die die Explosion gesehen haben, steigen in den Wagen, passieren die Sperrkreise trotz Alarms und fliegen zurück nach Berlin.

Zwischen 14.45 und 15.15 Uhr, Berlin: Haeften gibt telefonisch die Nachricht vom Tod Hitlers an die Verschwörer im Hauptquartier in der Bendlerstraße durch, die daraufhin aktiv werden.

15.50 Uhr, Berlin: General Olbricht löst die Alarmmaßnahmen nach dem Plan "Walküre" mit dem Stichwort "Deutschland" aus. Dem Befehlshaber des Ersatzheeres, Generaloberst Friedrich Fromm, meldet er den Tod Hitlers. Fromm ruft im Führerhauptquartier an und erfährt, dass dieser nur leicht verletzt wurde.

Ab 16 Uhr, Führerhauptquartier: Wehrkreiskommandos werden vom Scheitern des Attentats informiert, es werden Gegenbefehle ausgegeben.

Zwischen 16.30 und 17 Uhr, Berlin: Stauffenberg und Haeften treffen im Bendlerblock ein. Stauffenberg macht Generaloberst Fromm Meldung. Olbricht meldet Fromm, dass er bereits "Walküre" ausgelöst hat. Als Fromm sich weigert, die Verschwörer zu unterstützen, wird er festgenommen. Generaloberst Beck fordert die Verschwörer auf, so zu handeln, als ob Hitler tot sei.

Ab 17 Uhr, Berlin: Der militärische Widerstand in Berlin reagiert auf die Nachricht, dass Hitler überlebt hat, zum Teil unentschlossen. In Paris gelingt der Wehrmacht wie geplant die Verhaftung der dortigen SS-Führung. Aus der "Wolfsschanze" werden Meldungen an den Rundfunk geschickt, die vom misslungenen Attentat berichten.

18 Uhr: Haeften übergibt Leutnant Röhrig das Fernschreiben, das die zweite Stufe des Walküre-Planes auslösen soll. Es wird aber erst zwischen 20.45 und 23 Uhr abgesetzt. Hitler überträgt Himmler die Befehlsgewalt über das Ersatzheer mit allen Vollmachten.

Ab 21 Uhr, Berlin: Der Umsturzversuch in Berlin bricht nach und nach zusammen. Der Bendlerblock wird von Teilen des Wachbataillons besetzt.

Nach 22.30 Uhr, Berlin: Eine Gruppe von Offizieren sammelt sich und startet im Bendlerblock einen "bewaffneten Gegenstoß" gegen die Verschwörer unter der Parole "Für oder gegen den Führer". Generaloberst Fromm verkündet ein standgerichtliches Urteil wegen Hoch- und Landesverrats über Olbricht, von Stauffenberg, Mertz von Quirnheim und von Haeften. Generaloberst z.V. Beck erschießt sich.

Freitag, 21. Juli 1944, 0.10 bis 0.21 Uhr, Berlin: Generaloberst Fromm sendet ein Fernschreiben an die Wehrkreiskommandos: "Putschversuch blutig niedergeschlagen". Kurz vor 1 Uhr sprechen Hitler, Göring und Dönitz im Rundfunk.

0.15 bis 0.30 Uhr, Berlin: Im Hof des Bendlerblocks werden Stauffenberg, Olbricht, Haeften und Quirnheim von einem Sonderkommando von zehn Unteroffizieren unter der Führung von Leutnant Werner Schady exekutiert. Stauffenberg stirbt mit dem Ruf: "Es lebe das heilige Deutschland!".

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